Für immer im Herzen.....nie vergessen!!

Ich möchte den heutigen Post gerne meiner Schwiegermama widmen.

Wer es noch nicht weiß meine Schwiegermama Renate erkrankte im Alter von 63 Jahren an Leberkrebs. Das ganze ging rasend schnell und niemand hat etwas geahnt. Im Urlaub in der Türkei fing es mit Schmerzen im Bauch an. Es folgten Untersuchungen, Ultraschall und das ganze drum herum bis zum CT.


Am Ende stellte sich heraus, dass Renate fortgeschrittenen Leberkrebs hat, unheilbar und tödlich. Für uns alle war das ein riesiger Schock. Renate war immer gesund, lebensfroh und hatte erst vor einem Jahr einen Gesundheitscheck gemacht, bei dem der Arzt zu ihr meinte sie würde locker 100 Jahre alt werden.


Nun saßen wir da und wussten nicht mehr wo oben und unten ist. Man denkt immer sowas passiert einem nicht, wenn man es bei anderen mitbekommt.


Der Tumor war bereits 8cm groß und konnte somit nicht entfernt werden. Auch alle anderen Behandlungen und Therapien schienen nicht mehr geeignet. Sie bekam also Medikamente in der Hoffnung der Tumor würde soweit schrumpfen, dass man ihn doch noch entfernen könne.

Ich habe mich in dieser Zeit nur noch mit Internetartikeln, Heilungsmethoden und ähnlichem beschäftigt. Ich war mindestens genauso schlau wie jeder Doktor. Wir führen mit ihr nach Heidelberg um sie dort von den Besten checken zu lassen. Aber auch die konnten uns leider nicht helfen.

Renate wurde im Juli 64. Wir feierten zusammen und versuchten das Beste aus dem Tag zu machen und vor allem für sie fröhlich und stark zu sein.

Eine Woche später kam sie ins Krankenhaus, da sich ihr Zustand verschlechterte. Die Ärzte untersuchten sie und stellten fest, dass sich die Größe des Tumors verdoppelt hatte. Ihre Lebenserwartungen schrumpften von Monaten auf Wochen. 
Wir blieben das ganze Wochenende im Krankenhaus und wussten nicht was wir machen sollten. Immerhin waren wir 200km von zu Hause entfernt. Wir wussten nicht ob wir bleiben oder fahren sollten. Ob man guten Gewissens nach Hause fahren kann, wenn man nicht weiß ob man dann nicht da ist, wenn es zu spät ist.
Dazu kam noch, dass in 14 Tagen unsere Hochzeit anstand. Wie sollten wir denn feiern, wenn eventuell einer der wichtigsten Menschen nicht dabei sein wird. Oder auch, wie sollen wir feiern, wenn die Mama nicht dabei ist sondern zu Hause liegt und gepflegt werden muss und somit der Papa und die Schwester auch nicht dabei sein werden?

Daniel tat mir unendlich leid. Ich konnte ihm die Last nicht abnehmen. Ich wusste nicht was ich machen sollte. In unseren Ringen war das Datum eingraviert, alles war geplant und organisiert und doch wusste ich nicht wie dies jemals der schönste Tag in unserem Leben werden sollten?


Renate starb Sonntags. Sie schlief friedlich ein, es hatten sich alle von ihr verabschiedet und ihre Tochte und Ihr Mann waren bei ihren letzten Atemzügen bei ihr.

Sie hatte das komplette Wochenende viele Gespräche geführt, sich verabschiedet und alles organisiert was es zu organisieren gab.
Meinem Mann hat sie gesagt, dass er die Frau fürs Leben gefunden hat, dass er mich heiraten und gut auf mich aufpassen soll.

Wir hatten nicht immer das beste Verhältnis aber irgendwie hat uns ihre Krankheit zusammen geschweißt. Ich habe mich für sie eingesetzt und alles versucht und sie hat gesehen, dass sie mir wichtig ist.

Es tut mir in der Seele weh, dass Menschen wie sie viel zu früh gehen müssen.

Sie hatte noch so viel vor. Sie wollte ihre Enkelkinder erleben, reisen und das Leben genießen. Bisher hatte sie sich immer für andere eingesetzt. Nun war endlich nach dem Sohn auch die Tochter aus dem Haus und die Rente stand kurz bevor. Sie hätten beide mehr Geld zum reisen und leben gehabt.


Solche Situationen zeigen mir wie kostbar und kurz das Leben ist und sein kann. Man muss es genießen, sich auch mal was gutes tun und auf sich aufpassen.

Renates Geschichte hat mir gezeigt, dass ich mich viel zu viel über unnötige Dinge aufgeregt habe, die es gar nicht wert waren. Das ich aus den Augen verloren habe, dass wir nicht immer hier sein werden und das wir das Beste aus dem machen sollten was wir haben.

Vielleicht geht es euch ähnlich, vielleicht habt ihr auch jemand verloren. Ich hoffe diese Geschichte hilft euch, nicht immer alles so eng zu sehen und euer Leben bewusster zu leben und zu genießen!





1 Kommentar:

  1. Der Post hat mich wirklich zu Tränen gerührt... Aber ich bin mir sicher, dass Renate auf ihrer Wolke auf euch herabgeschaut hat und furchtbar stolz auf ihren Sohn und ihre Schwiegertochter war. Da bin ich mir wirklich sicher!

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Vielen Dank wie wunderbar, für dein neues Kommentar!