Buchvorstellunge: Nele Neuhaus - Die Lebenden und die Toten



Sehnsüchtig habe ich auf den neuen Krimi von der Taunus-Autorin Nele Neuhaus gewartet.
Und dann hatte ich ihn, zwar etwas verspätet aber immerhin, endlich in den Händen.
Ich konnte es kaum erwarten rein zu lesen und zu erfahren was sie sich diesmal ausgedacht hat.

Schon einige Bücher von Nele Neuhaus wurden in meinem Lesewahn verschlungen. "Schneewittchen muss sterben", "Böser Wolf", "Unter Haien", "Eine unbeliebte Frau", "Tiefe Wunden" und "Wer wind sät" - sie alle wurden von mir in schnellem Tempo gelesen und geliebt.
Ich liebe einfach ihren Schreibstil und bis auf "Unter Haien" spielen alle Geschichten irgendwo im Taunus, wo ich her komme. Da ist es immer wieder interessant wie man nachvollziehen kann wo sich der Mörder gerade herumtreibt, eine Leiche gefunden wurde oder sich eine wilde Verfolgungsjagd geliefert wurde.
Den ein oder anderen Ort besuche ich auch hin und wieder zum einkaufen usw.

Jedes Buch war auf seine Art individuell auch, wenn die Hauptcharaktere immer die gleichen sind.
Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein sind bei jedem Fall zur Stelle um die Ermittlungen bis zum Ende durch zu ziehen.
Und doch ist jedes Buch immer wieder spannend, neue Orte werden bekannt und neue Verstrickungen und Vorgänge nehmen vor meinem inneren Auge Gestalt an.

In "Die Lebenden und die Toten" stimmt Nele Neuhaus ihr Kommissars-Duo zunächst auf den wohlverdienten Hochzeits- bzw. Weihnachtsurlaub ein. Doch bald wird klar: Daraus wird nichts! 

Im Taunus verübt ein Heckenschütze tödliche Anschläge. Das erste Opfer ist ein ältere Dame, die beim Joggen in der Nähe von Eschborn erschossen wird. Kurz darauf treffen die mörderischen Schüsse eine Hausfrau beim Plätzchenbacken durch das Fenster ihrer eigenen Küche. Vor den Augen von Tochter und Enkelkind ... 

Beide Opfer hatten augenscheinlich keine Feinde und eine Verbindung zwischen ihnen ist nicht erkennbar – außer der, dass sie mit der selben Waffe getötet wurden. Warum mussten ausgerechnet sie sterben? 

Der Druck auf die ermittelnden Beamten wächst stündlich, zumal das öffentliche Leben in der gesamten Region durch die Horrortaten nahezu zum Erliegen kommt. Eine gespenstische Atmosphäre macht sich im Taunus breit: Kaum jemand traut sich noch vor die Haustüre... 

Am ersten Weihnachtsfeiertag wird ein junger Mann erschossen – und diesmal gibt es eine, wenn auch vage, Verbindung zu einem anderen Opfer. Dem Mann war vor Jahren ein neues Herz eingepflanzt worden, Chefarzt damals war der Ehemann eines der anderen Opfer gewesen .... 

Fast durch Zufall gelangen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein an eine Liste, auf der weitere potentielle Opfer verzeichnet sind. Und ganz allmählich lichtete sich auch der dichte Nebel um die Motive des „Snipers“ ... 

Jetzt jedoch beginnt für die unter Hochdruck stehenden Polizisten ein atemloser Wettlauf mit dem unheimlichen Heckenschützen: Können sie den nächsten Mord noch verhindern? 


Der Klappentext klang für mich von Anfang an vielversprechend und das sollte dieses Buch auch sein. Knappe 5 Tage Abends im Bettchen lesen hat es mich an Zeit gekostet, dann war ich durch und auch traurig. Schon wieder vorbei und erstmal kein neues Buchhighlight in Sicht.
Hier wurde wirklich alles gegeben. Der Fall blieb bis zur letzten Seite spannend. In diesem Buch geht es um weitaus mehr als nur um einen Mörder den man fassen muss. Das Thema Organtransplantation spielt eine große, wichtige und interessante Rolle, was man so am Anfang gar nicht denkt.
Ich bin wirklich mal wieder unheimlich begeistert von diesem Krimi und kann ihm jedem der auch deutsche Autoren zu schätzen weiß nur ans Herz legen.
Besonders im Taunus angesiedelte werden es lieben zu spekulieren von welchem Fleckchen denn jetzt wieder die Rede ist und ob man dort schon mal war.


Kennt ihr Nele Neuhaus und Bücher von ihr?


Aus alt mach neu.......

Wie ihr ja vielleicht mitbekommen habt stecken der Hase und ich mitten in einer Großrenovierung unserer neuen Wohnung. Manchmal rennt man da ja echt ein bisschen blauäugig (bin ich übrigens und der Hase auch) in die Sache rein. Dann steht man irgendwann da und denkt sich nur noch "Oh mein Gott wie soll ich das alles schaffen".

Bei unserer Renovierung geht es ja nicht darum ein bisschen Farbe an die Wand zu klatschen, Möbel rein und gut ist. Das Badezimmer wird komplett neu gemacht, alle Böden werden getauscht, da ist viel planen und überlegen gefragt. Und vor allem "entscheiden", etwas das ich sehr ungern mache. Ich bin da immer irgendwie leicht überfordert, besonders, weil man sich ja hier bewusst machen muss, dass man die nächsten 10 Jahre erstmal mit dieser Entscheidung leben muss.
Wenn man dann noch in einer Wohnung aus den 80ern steht und sich vorstellen muss wie das alles nach unseren Wünschen aussieht, dreht sich mir alles. Aber gut wir haben es so gewollt also müssen wir es angehen und durchziehen,

Zunächst fängt man ja mal damit an, die Baumärkte unsicher zu machen und sich Fliesen, Böden, Badezimmeraustattungen anzuschauen. Wir waren sogar in einigen Bäderstudios nur um völlig überfordert wieder hinaus zu fallen. Leute, da habe ich schon gemerkt ein Haus bauen wäre die reinste Folter für mich. 
Im Hornbach bei uns um die Ecke sind wir dann etwas schlauer geworden. Wir wuselten durch die Gänge und suchten nach Fliesen für Boden und Wände die uns gefallen. DAS ist mit einem Mann eine ganz spannende Aufgabe. Der kommt da nämlich teilweise mit Farbkombinationen an, da verschlägt es euch die Sprache.
Wir wurden uns allerdings recht schnell einig. Es kam sogar so weit, dass wir im Baumarkt anfingen uns ein kleines Bad zu bauen. Also mit Fliesen auf den Boden legen, aneinander bauen usw. um zu schauen wie das so zusammen wirkt.
Die Leute haben uns zwischenzeitlich sicherlich für verrückt gehalten, wie wir da so mit unseren Fliesen von A nach B rannten und dann anfingen alles aneinander zu halten.
Mal von dem netten Mitarbeiter abgesehen, der uns bestimmt 10 Zettel ausfüllen musste, weil wir gerne eine Musterfliese mitnehmen wollten, uns aber nicht entscheiden konnten und man dafür einen separaten Zettel für die Kasse brauchte.

Und dann, wenn man sich entschieden hat fängt man an zu rechnen und den Wagen zu beladen. Schon nach kürzester Zeit stellten wir fest, mit einem Wagen kommen wir nicht hin. Den einen konnte ich schon gar nicht mehr schieben ohne mit meinen Schuhen auf dem glatten Baumarktboden einfach wegzurutschen.
Dann bezahlst du fröhlich ein Vermögen an der Kasse um dann vor deinem Auto zu stehen und mit der ersten Runde Tetris zu beginnen.



Am Ende hing der Wagen so tief, dass nicht mal ein Päckchen Tempos dazwischen gepasst hätte. ABER es ging erstmal alles rein. Wir waren mit unseren Einkäufen ja noch lange nicht am Ende.
Bis man da alles zusammen hat, dass dauert. Vor allem, wenn man jedesmal im Baumarkt steht und irgendwas elemtares vergessen hat zu beachten. "Hat das Klo jetzt zwei oder einen Anschluss", "Wie hoch ist die Sockelleiste für den Flur", am Ende kauft man dann 90% doch nicht, weil man erstmal einige Dinge nachschauen muss. Und so zieht sich das Spektakel über Wochen.

In der Zwischenzeit haben unsere fleißigen Handwerker angefangen unser Bad in eine Ruine zu verwandeln. Leute, kaputt machen macht Spaß aber hier soll mal ein neues schönes Bad entstehen?



Bei dem Anblick irgendwie kaum vorstellbar. Ich fühle mich eher wie in einem Bergwerk oder einem zerbombten Haus mitten im Krieg. Also stehe ich da in meinem Haufen aus Schutt und Schmutz und versuche mir auszumalen, wie toll das am Ende alles aussehen will. Wie ein Mantra bete ich das vor mich hin "Das wird alles ganz toll", "Am Ende wirst du über diese Bilder lachen"..........hoffentlich!

Aber jedem Guten geht erstmal Chaos voraus. So wohl auch hier. Oder wir lassen es einfach so, wer braucht schon ein Bad? Ich seh schon am Ende sind wir pleite und können uns das schön machen nicht mehr leisten, dann dusche ich eben im Garten unter der Sprenkleranlage, da haben die Nachbarn wenigstens was zu gucken.

Ihr seht schon ich bin absolut positiv gestimmt und gerate kein bisschen in Panik. Zum Glück habe ich den Hasen. Der ist wie immer tiefen entspannt und sagt mir immer wieder es wird alles gut und am Ende wird alles ganz toll aussehen. Und ich weiß, er hat recht. Das wird es ganz bestimmt.
Nur vorher ist erstmal Chaos angesagt und entscheiden, ganz viel entscheiden :)

Die Frau im Spiegel

Ich stehe langsam aus meinem gemütlichen Bett auf und schlurfe durch den Flug.
Auf dem Weg ins Bad werfe ich einen kurzen Blick in den Flurspiegel nur um doch inne zu halten und mich etwas genauer zu betrachten.

Harte Züge zeichnen sich um meine Mundwinkel ab. Da ist keine Spur von nur dem Hauch eines Lächelns.
Meine Augen schauen müde drein ohne Glanz oder Freude darin. Die Schulter hängen und jeder Schritt fällt schwer. Und nein es liegt nicht am Muskelkater des Sportprogramms von gestern......oder doch? Man weiß es nicht.

Am liebsten würde ich auf direktem Weg wieder umdrehen und zurück unter meine Bettdecke kriechen. Da wo mich niemand findet und der Tag quasi gar nicht beginnt. Ich fühle mich schwach, unausstehlich und zum kotzen.
Keine Vorfreude auf den neuen Tag, denn ich weiß jetzt schon ich werde dem Berg an Arbeit nicht her. Wühle mich durch jede Menge scheiß und am Ende würdigt es doch keiner, dass ich mich täglich zerteile, quasi für drei arbeite. Nein, als dank bekommt man noch mehr scheiß auf den Tisch und alles wird als selbstverständlich angesehen! Macht sowas noch Spaß? Soll man sich so auf die Arbeit freuen? Wohl eher nicht!

Privat ist man auch nicht auf der Höhe. Ich habe das Gefühl einen Kampf nach dem anderen zu kämpfen. Für alles muss ich mich rechtfertigen, werde kritisiert und niemand versucht einfach mal meine Entscheidung zu akzeptieren.
Egal wie man was macht irgendjemand stört sich immer daran und übt Kritik. Ich habe keine Lust mehr darauf ich möchte meine eigenen Entscheidungen treffen ohne zu begründen wieso weshalb warum! Ist das denn so schwer zu verstehen? So viel verlangt?

Alles dreht sich und es nimmt kein Ende! Wieso kann es nicht einfach mal normal laufen oder ich es eben nehmen wie es ist? Entspannt, gechillt und in Ruhe?
Ich wäre gerne wie der Hase! Ein entspannter Hasen-Guru. Immer für mich da, mit Rat und Tat zur Seite und nichts bringt ihn aus der Ruhe! Na gut ich vielleicht manchmal :)

Am Ende quäle ich mich durch den Tag, freue mich auf einen Abend auf der Couch mit einem kühlen Getränk in der Hand. Lasse alles hinter mir und versuche abzuschalten und morgen neu in den Tag zu starten!
Neuer Tag neue Chance!