Malediven - Im Paradies angekommen


Darf ich vorstellen....unsere Insel....unser Paradies :) Im Nordosten des Baa-Atolls liegt die Insel Fonimagoodhoo und auf dieser Insel liegt das Reethi Beach Resort. Mit seiner 600m Länge und 200m Breite wirklich ein überschaubares Paradies.
Aber fangen wir von vorne an bevor ich wieder ins Schwärmen gerate und abschweife.

Da unser letzter Urlaub schon ein ganzes Stück her war, wir viel erlebt und hinter uns gebracht haben wurde es für uns an der Zeit gegen Ende des Jahres 2019 nochmal das Weite zu suchen. Warm sollte es sein, ein toller Strand, Meer und einfach mal so gar nix tun. Nur gut essen, trinken und die Seele baumeln lassen. Unser ursprünglicher Plan, nach Sansibar zu fliegen haben wir aufgrund der benötigten Gelbfieberimpfung kurzerhand über den Haufen geworfen. "Was es denn sein darf" hatte meine nette Reisebürofrau gefragt. Und nach unserer oben genannten Schilderung unserer Wünsche schaute sie uns an und fragte dann direkt "Und wieso fliegen sie nicht auf die Malediven?".
Ja, wieso denn eigentlich nicht? Irgendwie kamen uns die Malediven immer so unerschwinglich vor und außerdem sind wir ja auch kein frisch verheiratetes Pärchen, dass seine Flitterwochen plant (denn jedes zweite Brautpaar fliegt gefühlt in die Flitterwochen auf die Malediven).
Nachdem mich unsere Reisebürofrau aber davon überzeugt hat, dass es auch möglich ist auf die Malediven zu fliegen innerhalb unseres Budgets, ging es an die schwere Frage der Frage......wohin!?
Die Malediven bestehen aus 26 ringförmigen Atollen mit 1.196 Inseln, von denen 220 von Einheimischen bewohnt werden und etwa 144 für touristische Zwecke genutzt werden. 
Entscheide dich da mal für eine.....okay rund 100 Insel fallen preislich schon mal raus und wir wollten gerne was kleines, legeres. Nix luxus, prunk, protz und prall :)

Ich bin ja ein absoluter Fan von Holidaycheck. Akribisch durchsuche ich die Bewertungen und Empfehlungen auf der Suche nach dem richtigen Hotel. Und auch diesmal bin ich wieder fündig geworden. Das Reethi Beach Resort hat mich absolut überzeugt, da es etliche Bewertungen von Gästen gab die Wiederholungstäter waren und teilweise schon 10 mal die Insel besuchten. So viele Menschen können sich nicht täuschen. Außerdem liegt die Insel recht nahe an der maledivischen Hauptstadt Malé, was einen schnellen Transfer ermöglicht.
Nun noch die Qual der Wahl ob man mit dem Schnellboot anreisen möchte oder aber mit dem Wasserflugzeug.
An dieser Stelle möchte ich euch ans Herz legen unbedingt ein Wasserflugzeug von Malé direkt zu buchen. Ja, es ist etwas teurer aber es ist das Geld allemal wert.
Wir haben uns für ein Schnellboot entschieden. Dieses fährt aber nicht von Malé direkt zur Insel....aber nein nicht doch......
Wir mussten für einen Inlandsflug mit einer kleinen klapprigen Propellermaschine einchecken. Auf diesen Flug haben wir fast 3 Stunden gewartet, was nach einem 12 Stunden Flug mehr als anstrengend ist. Wir waren so durch......
Mit der Propellermaschine geht es dann zu einem Inselflughafen, dort steigt man in einen Bus, der bringt einen zum Anlegesteg für die Schnellboote.
Ich sags euch, tut euch diese Strapazen nicht an. Wir haben so unfassbar viel Zeit verloren. Zu Beginn hatten wir noch die Freude, dass wir gegen 12:15 Uhr in Malé ankommen und hatten die Hoffnung spätestens gegen 14 Uhr mit dem ersten Cocktail am Strand zu chillen.
Eh nein.......wir waren gegen 18 Uhr auf unserer Insel. Verschwitzt, hundemüde und schlagkaputt!!
Also merkt euch.....-> Wasserflugzeug = Yeah!!!!



Als wir dann nach einer etwas holprigen Bootsfahrt (wir hatten ordentlich Wellengang......ohne Alkohol) auf unserer kleinen Insel ankamen, waren wir schon total verliebt.
Alle waren unfassbar freundlich und es war so schön grün und bewachsen......
Wir bekamen für die erste Nacht ein Upgrade in eine Wasservilla. Für unseren Aufenthalt hatten wir uns für einen Strand-Bungalow entschieden. Die Wasservillas waren uns ein bisschen zu teuer. Daher waren wir natürlich richtig happy, dass wir wenigstens für eine Nacht eine der Villen bewohnen durften.
Hier komme ich direkt zu meinem nächsten Punkt :)
Unsere Wasservillen (so wie auf den meisten Inseln) lag am Ende der Insel. Was einen Fußmarsch von der Rezeption von 15-20 Minuten bedeutete. Und jetzt war unsere Insel nicht besonders groß ;)
Die Villen selbst konnte man über einen Steg erreichen, sie waren wunderschön beleuchtet und vor den Villen gab es eine eigene kleine Bar.
Auch die Villa selbst war sehr schön. Ein großer heller Raum mit einem Bett mittendrin, eine Terrassentür, dahinter ein Balkon mit zwei Liegen, einem Schirm und einer Treppe die ins Wasser führt.
Jetzt muss man dazu sagen, dass sich zu unserer Reisezeit (Anfang bis Mitte Dezember) der Monsun etwas verschoben hatte. Das Wetter war also etwas bescheiden, wir hatten Regen, ordentlich Wind und somit auch einen hohen Wellengang. Die Wasservillen liegen auf der Wetterseite und sind somit Regen und Wind ordentlich ausgesetzt.
Naja, jedenfalls hatte ich mir das malerisch vorgestellt, man wacht morgens auf, zieht die Vorhänge zur Seite und schaut aufs türkise Meer.

Nunja, die Nacht war sehr laut und stürmisch. Wir wurden sogar gebeten die Terrassentür geschlossen zu halten, da die Wellen teilweise bis an die Tür gespritzt sind.
Und morgens das Bild, dass ich sah als ich die Vorhänge zur Seite schob.....naja. Es war viel grau, mit sehr hohen Wellen und keine Sonne :D
Natürlich ist das nicht immer so, wir würden dennoch keine Wasservilla buchen. Sie sind weit ab vom Schuss, haben keinen schönen Liegebereich und die meisten Bewohner der Wasservillen tummelten sich bei uns am Strandbereich.
Umso positiver waren wir überrascht als wir am nächsten Tag in unseren Strand-Bungalow gebracht wurden. Klein aber fein, mit einem halb offenen Bad und 5 Schritte bis zum Strand mit zwei Liegen (die mit unserer Bungalownummer nummeriert waren) und einem Palmenhütchen für den Schatten.
Es war einfach nur herrlich. Alles so entspannt, man konnte an den Strand wann man wollte, es gab keinen Kampf um die Liegen und mit weiteren 5 Schritten war man schon im Meer.

Wie gesagt die ersten Tage waren vom Wetter her nicht so prall und so hatten wir viel Zeit um Karten zu spielen und uns zu betrinken :) Was man eben so macht, wenn es regnet und windet.
Aber unser ausharren hat sich gelohnt und schon bald klarte der Himmel auf und die Sonne kam raus. Es wurde genau so wie wir uns das gewünscht haben. Sonne satt und immer eine leichte Briese. Wir waren so über die Sonne erfreut, dass wir uns direkt den Pelz verbrannt haben :) Man darf die tropische Sonne eben nicht unterschätzen.
Ansonsten ist die Insel wirklich ein Ort zum Entschleunigen. Durch die Zeitverschiebung haben wir uns dann auch entschieden das Frühstück ausfallen zu lassen und direkt zum Mittagessen über zu gehen.
Von Frankfurt nach Malé ist die Zeitverschiebung 4 Stunden voraus. Die Besonderheit auf unserer Insel war, dass wir eine eigene Zeitzone und somit noch zusätzlich eine Stunde Zeitverschiebung hatten. Wenn es also bei uns auf der Insel Zeit zum frühstücken war, hat Deutschland noch friedlich geschlummert. Das ist für den Jetlag zwar sehr angenehm und macht einem die Wiedereingliederung nach dem Urlaub leichter aber wir waren dadurch morgens zu nix in der Lage.
Einmal haben wir uns den Wecker auf 9 Uhr gestellt (Frühstück gab es immer bis 10 Uhr). Wir haben uns zum Frühstück geschleppt und das Ende vom Lied war, dass wir direkt danach auf unserer Sonnenliege eingeschlummert sind.
Also, wieso den Körper zu etwas zwingen. Wir sind dann immer gegen 10/11 Uhr Inselzeit aufgestanden, haben uns an den Strand gelegt und sind zwischen 12 und 13 Uhr zum Mittagessen gegangen. Das war super entspannt und für uns der absolut richtige Rythmus.

Ebenfalls besonders an unserer Insel war, dass es eine Barfuss-Insel ist. Es gibt ein paar davon auf den Malediven und wir mussten uns auch erst einmal daran gewöhnen. Ambitioniert hatte ich diverse Sandalenpaare eingepackt aber schon nach dem ersten Abend wurde uns klar.......hier trägt keiner Schuhe. Ganz im Gegenteil, man erkennt die Neuankömmlinge daran, dass sie noch Schuhe tragen :)
Wir hatten also 11 Tage eine schuhfreie Zeit. Selbst in den Restaurants war Barfuss an der Tagesordnung und uns gefiel es unglaublich gut. Es war wirklich eine Umgewöhnung sich am Ende der Reise wieder in Schuhe zu zwängen und dann in Deutschland in die dicken Winterschuhe......ich habe Schuhe keinen einzigen Tag vermisst und ich habe wirklich eine Menge davon zu Hause ;)
Und wer jetzt Angst vor irgendwelchem Getiers hat den kann ich beruhigen. Auf der Insel gibt es Geckos, kleine Krebs (bitte aufpassen am Strand sie sehen aus wie laufende Muscheln) und Flughunde. Also nichts was einem Angst machen müsste oder versucht einen zu töten. Just....watch your step :)



Überhaupt habe ich diese Entspannte Stimmung auf der Insel genossen. Es gab keine Kleiderordnung und es wurde nicht von dir erwartet, dass du dich abends auftakelst und in Massen von Make-Up hüllst. Ich glaube ich habe mich nicht einen Tag geschminkt.....und ich habe nichts vermisst. Es war einfach ein rundum relaxtes Gefühl, wie ich es selten im Urlaub hatte!.
Was man auch nicht vergessen darf zu erwähnen war das Essen auf der Insel. Egal was man gegessen hat und egal ob Buffet oder á la Carte Restaurant, das Essen war sensationell. Hier kann ich auch nur All inklusive empfehlen. Für uns trägt das enorm zur Entspannung bei, da man sich keinerlei Gedanken mehr ums Geld machen muss. Und die Getränke gehen dort nochmal richtig ins Geld und sind nicht wirklich günstig. Man bekommt an jeder Bar pro Tag einen Beleg, den man unterschreiben muss. Das bedeutet man hat auch einen sehr guten Überblick über die Kosten die man nicht bezahlen muss ;) Und da bei uns an einem Abend schon mal schnell 17 Cuba Libre getrunken wurden (okay sie waren wirklich nicht sooo stark und man wird bei dem Klima auch nicht soooo wirklich betrunken) waren wir doch sehr glücklich über unser All In!

Reethi Beach ist eine sehr ökologische Insel. Es wird viel dort selbst angebaut und die Ressourcen sparsam und gezielt eingesetzt. Es gibt eine eigene Wasseraufbereitungsanlage die das Salzwasser in Trinkwasser umwandelt. Ich wäre trotzdem jedoch vorsichtig was den Konsum von Eiswürfeln oder dem zur Verfügung gestellten Wasser betrifft. Lieber Getränke aus der Dose bestellen (es gibt dort auch Soda Water von Schweppes aus der Dose).
Ich hatte nämlich die letzten 3 Tage unschön mit Magendarm zu kämpfen und kann das im Urlaub keinem empfehlen.
Aber falls es euch beruhigt, der Inseldoktor ist sehr nett und kompetent :)



Ansonsten kann man auf der Insel nicht viel machen außer chillen. Jeden Abend um 18 Uhr gibt es eine Fischfütterung bei der man Rochen und viele andere Fische beobachten kann. Allerdings ist dies meiner Meinung nach eine unnötige Attraktion. Die Fische sind es gewohnt zur Belustigung der Gäste jeden Abend gefüttert zu werden. Ist sicherlich ganz nett sich das einmal anzusehen aber ich halte es nicht für ein Must See.
Ansonsten waren wir auch einmal Schnorcheln.....sicherlich auch etwas was man gemacht haben muss, wenn man auf den Malediven war und nicht tauchen geht ;)
Uns hat aber ein Tag mit ca. 2 Stunden schnorcheln gereicht. Im Prinzip sieht man die ganze Zeit das gleiche, denn die Unterwasserwelt verändert sich hier am Hausriff nicht sonderlich. Als Taucher jedoch hat man sicherlich unfassbar viele Möglichkeiten tolle Touren zu machen und die Unterwasserwelt zu erforschen.
Wir waren allerdings nach 2 Stunden schnorcheln schon so kaputt wie nach einem Marathon und mussten erst einmal ein kleines Mittagsschläfchen halten :)

Natürlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten seine Freizeit zu gestalten. Es gibt verschiedene Ausflüge die man buchen kann (so wie überall), es gibt einen Tennisplatz und ein Fitness-Center. Wir wollten allerdings bewusst mal einfach nix machen......und das obwohl wir beide ja eigentlich sehr sportlich sind. Tat aber auch mal ganz gut. Wer will kann natürlich auch über die Insel joggen. So groß ist sie ja nicht :)
Oder man nimmt sich einfach einen Cocktail und begibt sich gegen 19 Uhr zum Sonnenuntergang an die Sunset Bar (deutlich eher unser Fall).



Für diejenigen die es interessiert es gibt auch WLAN auf der Insel. Allerdings nur an der Rezeption, der Hauptbar und dem Restaurant auf dem Wasser. Das reicht aber vollkommen um den ein oder anderen zu Hause mit Urlaubsbildern neidisch zu machen.



Die Insel verfügt insgesamt über 5 Restaurants und 7 Bars. Bei der Nutzung der Restaurants kommt es auf die Buchung an. Wir hatten zwar All inklusive, dort war aber nur das Essen im Buffetrestaurant inkludiert. Allerdings konnten wir jeden Tag für 20 USD pro Person in den á la Carte Restaurants essen, was absolut machbar war.
Für die Getränke gibt es auch nochmal eine eigene All Inklusive Karte, denn auch hier sind nicht alle Getränke dabei. Aber langweilig wird es einem nicht und es mangelt auch an nichts.
Irgendwann weiß man auch was so die Favoriten sind und die netten Barkeeper helfen einem auch immer weiter was im Paket mit drin ist und was nicht.

Für uns verging die Zeit wie im Fluge und ich persönlich war noch nie so entspannt. 11 Tage waren auch eine super Reisedauer. Zwar würde ich sagen, dass 2 Tage für Ab und Anreise verloren gehen aber da man auf der Insel nicht viel außer relaxen kann reichen auch diese 9 Tage vollkommen aus.
Den einzigen Wehmutstropfen den wir erfahren haben ist, dass Reethi Beach einen neuen Pächter ab nächstem Jahr hat.
Ein Investor aus Singapur hat den neuen Pachtvertrag für die Insel abgeschlossen, der eigentlich Pächter konnte den geforderten Preis nicht bezahlen. Was der neue Pächter mit der Insel vor hat ist noch nicht wirklich bekannt. Es wird jedoch gemunkelt, dass er diese schöne Insel eher in Richtung Luxusresort umbauen möchte. Was bedeutet die entspannte Insel, wie wir sie kennen lernen durften wird es so wohl in naher Zukunft nicht mehr geben.
Umso dankbarer sind wir, dass wir hier unseren Urlaub verbringen durften.
Als kleine Entschädigung wissen wir zumindest, dass es noch eine Insel namens Reethi Faru gibt, die unserem Reethi Beach sehr ähnlich sein soll.

Wer jetzt also Lust auf die Malediven bekommen hat und keinen Wert auf Luxus, Stars und Sternchen legt ist sicherlich im Reethi Faru genauso gut aufgehoben wie wir im Reethi Beach.




Ich möchte auf den Arm......

.....ein Satz der aus einem Kindermund sicher völlig normal klingt. Kommt er jedoch von einem Erwachsenen kann das schon mal für Irritation sorgen. Dabei habe ich diesen Satz sehr oft im Kopf und manchmal spreche ich ihn sogar laut aus.

Okay, in der Realität werde ich dann zwar eher IN den Arm statt AUF den Arm genommen, dass ist aber völlig in Ordnung, da ich natürlich nicht möchte, dass mein Freund unter mir zusammen bricht. Mal ganz davon abgesehen, dass es bestimmt ein Bild der Götter wäre. Nicht so romantisch wie das Bild, dass man von einem Mann hat der seine Braut nach der Hochzeit über die Schwelle trägt. Eher so in die Richtung Kartoffelsack über die Schulter hieven. Aber wir schweifen ab......

Es gibt diese Tage, da läuft einfach nichts rund. Man ist genervt von seinem Umfeld, ohnmächtig vor Wut wegen bestimmten Vorkommnissen und verängstigt vor der Zukunft und dem was da noch so kommt oder eben auch nicht kommt. Im Grunde genommen sieht alles schwarz und düster aus.
Jetzt redet einem die Gesellschaft, Familie und Umfeld aber oft ein man müsse "stark sein" und "nach vorne schauen". Eben das typische was man an solchen Tagen gesagt bekommt, wenn man manchmal einfach nicht weiter weiß. Aber gerade in solchen Momenten ist man eben nicht empfänglich für diese Weisheiten und Ratschläge. Manchmal möchte man auch gar nichts dazu hören. Man möchte einfach auf den Arm genommen werden und gut ist.

Aktuell befinde ich mich in einer Phase in der mir solche Tage öfter begegnen. Es ist Ende des Jahres, die Stimmung ist sowieso schon düster und die Reserven sind aufgebraucht. Man hat einfach keine Kraft mehr und die gute Laune Pillen sind schon lange leer. Auch die Menschen um einen herum sind zunehmend gereizter und mehr und mehr auf sich selbst fixiert. Zum Glück habe ich mir einen Lichtblick geschaffen und werde noch einmal zum Ende des Jahres in die Sonne entfliehen. Und ganz ehrlich, dass ist im Moment der Punkt wieso ich nicht einfach losheule oder mich zu Hause vergrabe. Das klingt jetzt dramatischer als es ist. Ich bin nicht depressiv oder so ich bin einfach ein bisschen leer.
Und ich habe manchmal einfach eine scheiß Angst vor der Zukunft. Das ist ein Zustand den ich nicht wirklich mag. Momentan sind mir viele Dinge etwas zu wacklig. Ich bin ein Fan von Sicherheit und Beständigkeit. Durch meine aktuelle Anstellung über eine Zeitarbeit fühle ich mich aber eher wie auf einem Drahtseil mit einer eher lockeren Sicherung. Natürlich werde ich nicht auf der Straße stehen aber dennoch eine Festanstellung ist eine Sicherheit die einem keiner nehmen kann. Besonders, wenn man irgendwann gerne eine Familie planen möchte. Das kommt dann noch erschwerend hinzu und verunsichert einen.

Früher, also so mit Anfang/Mitte 20 habe ich immer gedacht man hat noch so viel Zeit. Man kann noch alles erleben und machen und alles kommt mit der Zeit.
Jetzt mit Anfang 30 merke ich, so viel Zeit hat man für einige Dinge gar nicht mehr. Ich möchte nicht mit Ende 30 erst Kinder bekommen. Aber ich möchte vorher auch eine gute Basis und Grundlage geschaffen haben. 
Oder mach ich mir da einfach zu viele Gedanken? Wie viele Paare machen einfach und schauen dann wie es läuft oder wurschteln sich einfach durch? Und ich denke und plane und zerdenke und bekomme Panik. Wundervoll!!!
Aber ich möchte mich eben auf gewisse Dinge auch vorbereiten. Ich möchte nicht am Ende da stehen und nicht mehr wissen wie es weiter geht oder mich "verloren" fühlen. Ich möchte gerne eine Wohnung haben in der Platz für ein Kind ist, einen Job in dem ich in Elternzeit gehen kann und meinem Kind trotzdem finanziell alle Wünsche erfüllen kann.
Leider leben wir heute in einer Welt in der man teilweise ausrechnen muss ob man sich ein Kind überhaupt leisten kann. Wahnsinn oder??? Erzählen wir das unseren Eltern schlagen die nur noch die Hände über dem Kopf zusammen. Aber so sieht es nun mal aus.

Wie viele Frauen gehen nach 1-1 1/2 Jahren wieder arbeiten, weil es finanziell einfach nötig ist. Weil es einen Kredit gibt der ab bezahlt werden muss und eben der Mann nicht mehr alles alleine stemmen kann. Das ist heute nichts unnormales, für unsere Eltern aber zum Beispiel war das undenkbar. Sätze wie "wieso bekommt man denn dann überhaupt ein Kind, wenn man direkt wieder arbeiten geht" muss man sich dann teilweise anhören. Ich habe dazu meine eigene Meinung und sehe das etwas anders aber vielleicht gibt es dazu mal einen separaten Blogbeitrag.
Kommen wir wieder zu dem Thema zurück "Ich will auf den Arm". Im Grunde genommen will ich damit sagen, dass man manchmal einfach gar nicht stark sein möchte. Man will die Rolle des stark seins abgeben und einfach nur lieb gehalten werden. Man will keine Floskeln hören keine Beschönigungen. Es ist in dem Moment einfach wie es ist. Es ist zum kotzen, es ist doof aber es ist wie es ist. Ich kann es dann auch nicht ändern. 

Also, wenn euch euer Herzensmensch (egal ob Partner oder Freunde) sagt, er will auf den Arm, dann gebt ihr verdammt nochmal euer bestes und nehmt ihn oder sie auf den Arm. Natürlich bitte ohne Bandscheibenvorfall oder Zusammenbruch. Lasst ihm oder ihr einfach eine Minute zum verschnaufen an eurer Brust. Einen Moment zum schwach sein, zum traurig sein zum durchatmen. Es ist oft so befreiend und viel wertvoller als gutes zureden. 


Ich habe keine Freunde.....



Okay, zugegeben der heutige Post-Titel klingt ein bisschen melodramatisch. Und bevor jetzt alle empört die Hand vor den Mund schlagen und denken "das ist doch nicht wahr", der sollte den Post vielleicht erstmal zu Ende lesen.
Heute werde ich hier ein bisschen die Hosen runter lassen. Aber sowas muss auch mal sein und irgendwie ist ein Blog ja auch ein bisschen dazu da, Dinge zu verarbeiten oder eine andere Sicht darauf zu bekommen.

Fangen wir doch mal gaaaanz weit in der Vergangenheit an! Ich war noch nie jemand der viele Freunde hatte. "Beliebt" würde ich mich auch nicht nennen. Das lag aber daran, dass ich schon immer mein Herz auf der Zunge getragen habe und mit meiner Meinung zu Dingen nie lange hinter dem Berg gehalten habe. Heute würden das vielleicht viele als einen guten Charakterzug bezeichnen, früher als Kind hat es alles nur schwierig gemacht. Denn Kinder können mit sowas nur sehr schwer umgehen.
Ich war also nicht wirklich beliebt und hab mich mehr oder weniger allein durch die Schulzeit geschlagen. Das ein oder andere Mal hat sich dann doch jemand freundschaftlich an meine Seite verirrt und mal mehr mal weniger lang durchgehalten.
Ich rede das auch alles nicht schön, ich kenne das "Problem". Ich bin kein einfacher Mensch, nicht umgänglich und ich heuchle nichts vor. Dadurch eckt man an und ist teilweise einfach "unbequem". Diesen Wesenszug habe ich mal versucht zu ändern um etwas "kompatibler" zu sein. Aber wer kann schon etwas ändern, was einen irgendwie aus macht und eben von Natur aus da ist.......?!
Dementsprechend war das am Ende auch zum scheitern verurteilt.

Aber was sind "Freunde" eigentlich? Hier denke ich hat jeder seine ganz eigene Definition.
Sind es die Menschen, die am Meisten über einen Wissen? Die man am häufigsten sieht? Oder die man am längsten kennt? Puh......gute Frage. Sind es denn wirklich "Freunde" oder doch eher "Bekannte"?
Mein Freund zum Beispiel sagt immer er habe keine Freunde. Das macht mich irgendwie traurig aber für ihn ist das völlig in Ordnung, da er so auch nicht zu viele Erwartungen in die Beziehung zu einem Menschen hat. 
Ich bin der Meinung wir haben gemeinsam durchaus Freunde. Allerdings wird meine Ansicht über das Thema und den Begriff Freundschaft irgendwie auch gerade ein wenig ins Wanken gebracht. Manchmal denke ich darüber nach ob er nicht vielleicht doch recht hat.

Wie definiere ich also persönlich für mich den Begriff "Freundschaft"? Was ist ein "Freund" für mich?
In erster Linie ist es mir wichtig, dass ein Freund für mich da ist. Sich Zeit nimmt, wenn es mir schlecht geht und auch mal nachfragt wie es mir geht. Ich messe einen Freund nicht daran wie häufig man sich sieht. Das ist in einem gefüllten Alltag mit Arbeit und Hobby und Partner sowieso eher schwierig bzw. wird einfach weniger.
Mir geht es daher eher um die Qualität einer Freundschaft und ich spreche hier jetzt wirklich nur über mein Empfinden. Natürlich gilt alles was ich mir von einer Freundschaft wünsche auch andersherum. Wir wollen hier ja keine einseitige Kiste :)
Es geht mir also in erster Linie darum, der Person, die mein Freund ist, wichtig zu sein und das von Herzen. Das man sich Zeit nimmt und man weiß, da ist jemand der ist für mich da, wenn ich jemanden brauche. Natürlich tut das ein Partner auch.....aber eben auf eine andere Art und Weise.

Aber vielleicht muss man sich heutzutage auch von so einer Sicht verabschieden und einfach glücklich darüber sein, wenn es Menschen gibt mit denen man gerne seine Freizeit verbringt, sich mit ihnen gut versteht und Spaß hat. Vielleicht ist hier dann einfach Schluss und der Rest ist Luxus oder eben ganz selten der Fall. Ist das jetzt schlimm?
Für den einen ganz bestimmt nicht, wenn er es gewohnt ist allein zurecht zu kommen und sich am Ende nur auf sich selbst zu verlassen. 
Wenn man aber jemand ist der irgendwie gerne "mehr" möchte ist das bestimmt nicht so leicht. Aber man kann sich damit sicherlich auch arrangieren.
Verändere ich jetzt meine Sicht auf das Thema Freundschaft? Ja, ich denke schon. Denn, wenn man am Ende nicht enttäuscht werden möchte, muss man vielleicht seine Erwartungen etwas herunter schrauben.
Vielleicht muss ich da ein bisschen mehr wie mein Freund denken und ein wenig Abstand zu dem Thema gewinnen. Mich einfach freuen, wenn ich mit Menschen die ich mag eine gute Zeit verbringen kann und mehr eben nicht.
Vielleicht hilft mir diese Sichtweise alles ein bisschen lockerer zu nehmen. Nicht so schnell enttäuscht zu sein und mich auf anderes zu konzentrieren. Am Ende kann man sich wahrscheinlich sowieso nur auf sich selbst verlassen.

Also wäre ja jetzt die abschließende Frage "Habe ich nun Freunde oder nicht?". Was immernoch eine gute Frage ist ich aber nicht weiß ob ich darauf wirklich eine Antwort habe. Zumindest kann ich das aktuell nicht klar beantworten. In meinem letzten Jahr ist viel passiert und vieles hat sich geändert. Wenn ich in mich rein höre fühle ich mich momentan sehr leer und ausgelaugt. Es gibt so viele Dinge mit denen ich mich beschäftigen könnte oder über die ich nachdenken könnte. Aber eigentlich fühle ich mich zu müde dafür. Diese Situation ist neu für mich. Ich weiß noch nicht genau wie ich damit umgehen soll. In erster Linie arbeite ich mich jetzt meinem Urlaub Ende des Jahres entgegen in dem ich hoffentlich Kraft tanken kann und eventuell eine neue Sicht auf vieles gewinnen werde. Und wenn nicht, dann ist das eben so.
Manchmal muss man sein Leben vielleicht auch einfach Leben sein lassen.......es quasi einfach mal laufen lassen ohne zu viel zu erzwingen oder zu erwarten.
Wenigstens gibt es in meinem Leben ein/zwei Menschen auf die ich mich immer verlassen kann. Bevor jetzt noch einer das Taschentuch zückt und denkt "arme Laura ganz allein und sie hat niemanden". Ganz so dramatisch ist es auch nicht. Und ich möchte auch gar kein Mitleid. Dies ist ein Post ein Beitrag in erster Linie für mich. Zum sortieren meiner Gedanken.
Und eventuell gibt es da draußen die ein oder andere Seele die sich schon mal genauso gefühlt hat, gerade fühlt oder jemanden kennt dem es auch so geht. Möge mein nieder geschriebenes Kopfchaos jemandem behilflich sein, oder einfach nur amüsieren :)