Aus dem Bauch mitten ins Herz - Der Geburtsbericht


Wie sehr ein Mensch lieben kann war mir tatsächlich bis zur Geburt unserer wundervollen Tochter nicht klar gewesen. Beziehungsweise zu welch unbeschreiblicher Liebe man fähig ist. Natürlich liebt man im Laufe seines Lebens und das auch schon auf unterschiedliche Arten. Man liebt seine Mutter, man liebt seinen Partner aber nichts auf der Welt kann das Gefühl der Liebe beschreiben, die man empfindet, wenn man sein eigenes Kind im Arm hat und ansieht. Zugegeben ich habe das schon oft von den Müttern in meinem Umfeld gehört und mir auch immer gedacht "ja, sicher kann ich mir vorstellen" aber das was dann wirklich passiert ist absolut etwas was man selbst erlebt haben muss um es ansatzweise nachvollziehen zu können.

Die Reise meiner Schwangerschaft hat nun ein Ende. 10 wundervolle Monate sind vorbei und ich blicke ein bisschen mit einem weinenden Auge darauf zurück, dass ich nicht mehr schwanger bin. Eine absolute Traumschwangerschaft mit ganz minimalen Wehwechen, ganz viel Liebe und Dankbarkeit zu meinem Körper und einer verändernden Zeit für mich aber auch meine Beziehung. Zwar trägt man das kleine Wesen 10 Monate unter seinem Herzen und doch ist es bis zum Ende hin immernoch surreal, dass man bald Eltern ist. Ein stetiges Wechselbad der Gefühle. Ich habe meinen Bauch geliebt, auch wenn ich am Ende hoch wie breit war und es zunehmend anstrengender wurde, ich mir Schuhe nicht ohne Schweißausbruch anziehen konnte und gefühlt nur noch im Watschelgang von A nach B kam ich habe jeden Tag genossen. Tja und nun schaue ich mir meinen Toastbrot-Bauch an und ertappe mich manchmal dabei, dass ich auf die Bewegungen in meinem Bauch warte. Aber da sind keine, denn die kleine Maus die die Bewegungen ausgelöst hat liegt nun genau neben mir. Jetzt muss ich meinem Körper die Zeit geben sich zu erholen und zu heilen. Was er geleistet hat ist wirklich ein Wunder der Natur und ich bin froh alles so gut überstanden zu haben und jetzt die Zeit des Kennenlernens mit meiner Tochter und uns als Familie genießen zu können. Aber wie kam es denn nun, dass die Kleine nun unsere Welt bereichert?!


Ich war am 08.12.2022 zu meinem regulären CTG Termin bei meiner Frauenärztin. An sich war alles ruhig, es wurden zwei Wehen aufgezeichnet aber auch nur, weil ich meine Tochter unsanft mit einem kalten Glas Sprudelwasser wecken musste damit das CTG etwas aufzeichnen kann. Danach war Party im Bauch und es wunderte mich nicht, dass man Wehen aufzeichnen konnte. Allerdings war der Muttermund noch geschlossen, ich fühlte mich nicht wirklich anders und man gab mir für die Woche drauf einen regulären neuen Termin. Immerhin war es ja auch noch eine Woche bis zum errechneten Termin. Also alles entspannt. Mittags kam noch eine Freundin auf einen Kaffee und ich erzählte ihr wie sehr ich mich auf meinen morgigen Friseurtermin freue und, dass ich noch am überlegen bin auf meine Firmen-Weihnachtsfeier zu gehen, wenn es mir morgen so gut wie heute geht. Der Rest des Tages lief ziemlich unspektakulär. Irgendwann nachts gegen 4:30 musste ich auf Toilette und tapste ins Bad, tat was ich tun musste und tapste zurück ins Bett. Beim setzen auf die Bettkante und in dem Moment wo ich mich walartig zur Seite rüber rollen wollte bemerkte ich wie ziemlich viel Flüssigkeit zwischen meinen Beinen auslief. Joah, ich muss sagen man kann es wirklich sehr gut unterscheiden, wenn die Fruchtblase platzt. Es gab zwar keinen lauten Knall (von dem ja einige Mütter berichten) aber ich konnte es dennoch sehr gut einordnen. Tja, ich kluges Ding hatte im Bett extra eine wasserdichte Inkontinenzunterlage liegen um meine schöne Matratze nicht zu versauen. Nunja, an den Bettrand hatte ich jetzt nicht unbedingt gedacht :D

Irgendwie fand ich den Moment der belustigend ich saß nämlich da, hatte Angst mich zu bewegen um nicht noch mehr einzusauen und beschloss dann erstmal meine bessere Hälfte zu informieren. Mit den Worten "Schatz mir ist meine Fruchtblase geplatzt" hab ich den armen Kerl dann erstmal aus dem Schlaf geholt. Wehen hatte ich zu dem Zeitpunkt keine ich konnte also entspannt bleiben. Mein Freund hat mir dann erstmal ein Handtuch gebracht um das nötigste aufzufangen und ich bin dann erstmal auf Toilette während er sich um das kleine Malheur im Bett gekümmert hat (nachdem er selbst erstmal im Bad verschwand um sich kurz zu sammeln). Tatsächlich war ich ziemlich entspannt und noch überhaupt nicht aufgeregt oder nervös. Ich habe dann erstmal im Kreißsaal angerufen um mich abzusichern und da hieß es auch ich soll kommen, wenn Wehen da sind oder spätestens 12 Stunden nach dem Blasensprung wegen der Gabe von Antibiotika. Alles klar also was machen irgendwie alle Frauen in Filmen, Büchern und Erzählungen nach Blasensprung........richtig sie gehen duschen. Ich also auch unter die Dusche. Danach haben wir uns nochmal ins Bett gekuschelt und versucht zu schlafen. Ich habe natürlich die ganze Zeit auf meinen Körper und vor allem auf die Bewegungen der Maus gelauscht und auch ja nichts zu übersehen oder zu verpassen.

Ungefähr 3 Stunden später merkte ich dann, dass ich doch langsam Wehen bekam. Zwar absolut aushaltbar aber in immer kürzeren Abständen. Wir haben uns dann ready fürs Krankenhaus gemacht und gegen halb 9 waren wir auf dem Weg. Da die Männer ja nicht mit durften musste ich erstmal mit meinem ganzen Gepäck alleine zum Kreißsaal. Ich sah aus als ob ich in den Urlaub fliege. Im Kreißsaal angekommen musste ich in den Wartebereich, da die Kreißsäle aus allen Nähten platzten und man aktuell keinen Platz für mich habe. Kein Ding ich war ja noch entspannt und meine Wehen auch. Ich saß also gefühlt wie am Flughafen in der Abflughalle im Wartebereich, während mein Freund sich im Auto den Hintern abfrieren musste. Irgendwann wurde ich dann ans CTG angeschlossen. An sich war alles noch recht unauffällig und der Muttermund auch erst bei einem Zentimeter. Ich sollte mich stationär aufnehmen lassen und dann durfte ich gerne spazieren gehen. Um 16 Uhr sollte ich spätestens für das Antibiotika zurück kommen oder eben früher, wenn die Wehen intensiver werden.

Gesagt, getan. Nachdem ich mich stationär habe aufnehmen lassen, sind mein Freund und ich bei kalten Temperaturen aber Sonnenschein ca. zwei Stunden um das Krankenhaus herum spaziert. Ich dachte am Ende schon wir sind mittlerweile so weit weg, wenns jetzt los geht muss ich das Kind auf der Straße bekommen :D Die Wehen wurden dann noch stetig immer intensiver. Also haben wir uns gegen 15 Uhr zurück gemacht und ich habe wieder im Wartebereich Platz genommen und der Herr hat sich ins Auto zurück gezogen. Gegen 16:30 wurde ich dann von einer Hebamme und ihrer Hebammenschülerin abgeholt und in einen Kreißsaal gebracht. Es wurde wieder CTG geschrieben und ich bekam das Antibiotika. Die Wehen waren intensiv aber noch okay. Sie boten mir an doch ein bisschen in die Badewanne zu gehen. Mein Freund durfte dann zu diesem Zeitpunkt auch schon dazu kommen. Ab ging es in die Badewanne. Alter Schwede war die heiß. Ich lag im Wasser und hab geschwitzt wie bei tropischen Karibiktemperaturen. Es war alles in allem eine sehr angenehme Atmosphäre. Wir durften Musik über Spotify abspielen und waren ganz alleine zu zweit um uns auf das bevorstehende vorzubereiten. Irgendwann wurden die Wehen wirklich richtig intensiv und ich hatte auch den Drang zu pressen. Die Hebamme kam zurück und gab mir Anweisungen. Tja, ich war ja noch nie wirklich gut darin auf andere zu hören. Und das mit dem Pressen ist auch so ne Sache, wenn man einfach falsch presst und irgendwie nicht los lassen kann.

Ab irgendeinem Punkt entschieden wir uns die Wanne zu verlassen und in den Kreißsaal nach nebenan aufs Bett zu gehen. Ich hab in der Badewanne ja schon einen echten Vorgeschmack darauf bekommen wie weh Wehen tun können. Heiliger Mist Leute das ist echt nicht ohne. Auf dem Bett habe ich mich dann zurecht gerückt joah und dann begann schon die heiße Phase. Alles in allem waren es vier sehr intensive Presswehen, drei für den Kopf und eine für die Schultern und die Maus war auf der Welt. Um 18 Uhr kam mein Freund zu mir in den Kreißsaal und um 20:57 Uhr war unsere kleine Livi geboren. Wer hätte das gedacht, 8 Tage früher und das als Erstgebärende. Ich war wirklich überwältigt. Ich hatte ordentlich Unterstützung dank dem Lachgas von dem ich ordentlich Gebrauch gemacht habe. Meinem Freund habe ich fast die Hand zerquetscht und ich habe den kompletten Kreißsaal zusammen gebrüllt. Leute ich habe in meinem Leben noch nie so geschrien.........aber was raus muss muss raus. Die Hebamme war wirklich toll und hat mir super Anleitungen gegeben und ich habe mich wirklich bemüht allen zu folgen. Aber mal ehrlich erst heißt es die ganze Zeit "pressen, pressen, richtig pressen, hierhin pressen, dahin pressen" und dann plötzlich darfst du nicht mehr pressen. Sehr witzig! Aber am Ende hat diese Anweisung mich vor weiteren Verletzungen bewahrt wofür ich unendlich dankbar bin.

Ja und dann liegst du da und bekommst dein kleines Bündel Kind in die Arme gelegt und kannst es einfach nicht glauben, dass das gerade alles passiert. Und an dieser Stelle eine kleine Randinfo von mir "Nein, die Schmerzen sind nicht alle vergessen und nur halb so schlimm"! Mal ehrlich, ich war zwar wirklich super happy und seelig meine Kleine im Arm zu halten aber sowas vergisst doch kein Mensch! :D 

So, das war im Großen und Ganzen der Geburtsbericht zur Geburt unserer Tochter. Ich bin unendlich dankbar, dass sie so toll mit gearbeitet hat, dass ich eine tolle Hebamme hatte, einen wundervollen Arzt der sich um mich aber auch um sie gekümmert hat und natürlich an erster Stelle meinem Freund unendlich dankbar, dass er das mit mir durchgestanden hat und mir so gut da durch geholfen hat. Als Paar ist das wirklich eine komplett neue Erfahrung die dich so intensiv wie nie zusammen bringt. Wir waren wirklich ein tolles Team und ich bin einfach nur dankbar (hab ich schon mehrfach erwähnt ich weiß). Wir waren dann auch direkt schon Gespräch auf der Station, weil absolut niemand damit gerechnet hätte, dass ich noch am selben Tag entbinden werde. Alle waren der Meinung beim ersten Kind niemals so schnell und wir haben sie alle überrascht. Der Oberarzt war schon auf dem Weg in den Feierabend. Und der Arzt, der mich versorgt hat meinte nur "Wenn sie sich für ein zweites Kind entscheiden kann ich Ihnen nur raten bei Blasensprung direkt ins Krankenhaus zu fahren. So schnell wie es beim ersten Kind bei ihnen ging flutscht das zweite vermutlich schon unterwegs raus" :D 

Jetzt sind wir seit ein paar Tagen zu Hause und unser kleines Wunder ist schon seit einer Woche auf der Welt. Wahnsinn wie die Zeit einfach verfliegt. Ich versuche mir und meinem Körper Zeit zu geben und genieße es einfach nur mit meiner kleinen Maus zu kuscheln. Sie ist macht uns wirklich absolut komplett und die Liebe die ich empfinde ist mit keinem Wort zu beschreiben.

Der Lauf der Veränderungen!

Ich sitze hier am Laptop und fange an den Beitrag zu schreiben, während im Hintergrund laut über Spotify meine Lieblingsplaylist in voller Lautstärke läuft. Und dabei erwische ich mich mal wieder bei dem Gedanken, wie lange es mir noch möglich ist in dieser Lautstärke hier meine unterschiedlichsten Musikrichtungen zu hören. Denn schon in wenigen Wochen wird hier ein kleines Wesen die Regie meines Lebens übernehmen und dann ist es erstmal vorbei mit dem was Laura gerne möchte. An sich habe ich davor keine Angst, denn es werden auch wieder Zeiten kommen in denen ich übernehme und das tun kann wonach mir ist, nur eben seltener und vielleicht auch nicht mehr ganz so einfach wie bisher. 

Und doch habe ich massiven Respekt vor den Veränderungen die da auf mich und natürlich auch meine bessere Hälfte zukommen. Unser Leben wird komplett auf den Kopf gestellt und mit Sicherheit wird das auch nicht immer einfach. Bedingt durch den Mutterschutz und die Zeit die ich aktuell zu Hause verbringe begleiten mich da natürlich viele Gedanken und manchmal auch Ängste, die vermutlich jede bald Mama in unterschiedlichen Facetten kennen wird.

Was wird eigentlich aus mir also der Frau Laura? Schaffe ich es immernoch Ich zu sein und nicht nur Mama? Schon klar in erster Linie werde ich Mama sein aber ich habe meine Freiheit und mein Leben immer geliebt und auch in vollen Zügen genossen. Sei es eben laut Musik zu hören, durchs Wohnzimmer zu tanzen, mich mit Freunden treffen, spontane Ausflüge usw.

Kann ich mir noch gerecht werden, wenn da plötzlich ein Wesen ist, dass 24/7 volle Aufmerksamkeit von mir fordert? Werde ich noch Momente für mich ganz allein finden? Ich habe es zumindest vor und möchte die Person Laura, die ich neben Mama, Freundin, Tante, Tochter usw. natürlich auch noch bin und bleibe nicht aufgeben. Ist es ungerecht so zu denken? Ich hoffe doch nein. Denn am Ende ist es doch so, nur, wenn ich glücklich bin und es mir gut geht kann ich für mein Kind auch eine gute Mutter sein und ihr all die Liebe geben die sie verdient, oder? Sprich es sollte nicht egoistisch, ungerecht oder sogar unrealistisch sein sich auch um sich selbst zu kümmern. Und ich denke auch es ist legitim sich schon bevor man die Rolle als Mama antritt damit zu beschäftigen, auseinanderzusetzen und ja auch vorzunehmen. Man sollte sich daran erinnern, dass es nicht in Vergessenheit gerät. Vermutlich belächelt mich jetzt die ein oder andere Mama, da sie sich genau dasselbe vorgenommen hat und immer wieder merkt, dass sie es nicht so recht hinbekommt. Wahrscheinlich denkt ihr euch gerade "Nette Idee Laura aber warte erstmal ab bis die Kleine da ist". Ja und vielleicht habt ihr recht. Vielleicht sitze ich irgendwann wieder mal am Laptop (zwischen Kindergeschrei und Haushalt) und lese diesen Beitrag und denke mir "Mensch Laura du hattest doch einen Plan". Aber hey, das ist auch okay. Immerhin lese ich dann diesen Beitrag und erinner mich an die Dinge die ich mir vorgenommen habe. Es ist ja nie zu spät etwas zu ändern. Vielleicht fehlt mir auch am Ende gar nichts und es ist gut so wie es ist. Man weiß ja bei dem kleinen Überraschungsei was man da im Bauch hat nicht so wirklich was einen erwartet. Ist vielleicht auch besser so :) Am Ende werde ich noch voll die Übermutter, die einfach nur darin aufgeht Mutter zu sein und sich um ihr Kind zu kümmern............ehm ich vermute eher nicht aber auch das ist völlig okay, solange es die Person erfüllt und sie damit glücklich ist soll doch bitte jeder so sein wie er das möchte! Niemand sollte sich dafür rechtfertigen müssen. Das müssen wir in der aktuellen Welt schon viel zu oft. Ihr könnt meinen Werdegang als frisch gebackene Mama hier ja hautnah verfolgen und vielleicht hat auch der Ein oder andere Leser (wer auch immer mein Gesabbel hier verfolgt) die Muße mich an meine Vorsätze zu erinnern! Ich wäre euch jedenfalls unendlich dankbar!


Und was wird aus meiner Partnerschaft? Werden wir noch Momente für uns haben? Zeit haben für unsere Liebe und Zweisamkeit? Wird unsere Beziehung stark genug sein die Herausforderungen im Alltag mit Baby zu stemmen? 

Viele würden jetzt natürlich selbstbewusst ein klares "Ja" herausposaunen. Aber ich finde nichts schlimmes daran auch diese Seite zu beleuchten und sich den ein oder anderen Gedanken darüber zu machen. Seit über 4 Jahren laufen wir zu zweit durch unser Leben. Wir schlafen am Wochenende morgens lange, liegen manchmal bis mittags mit Kaffee im Bett und nicht selten gabs auch schon mal TK Pizza als Katerfrühstück im Bett. Wir sind gerne spontan unterwegs, fahren irgendwohin wo etwas los ist und sind auch schon das Ein oder andere mal irgendwo versackt und leicht alkoholgeschwängert nach Hause gekommen. Wir haben unser gemeinsames Leben bisher in vollen Zügen genossen und waren eben nur für uns beide verantwortlich. Doch schon bald übernehmen wir zusammen die Verantwortung für ein kleines menschliches Wesen. Unsere Tochter! Wir müssen als Team funktionieren und viele eigene Bedürfnisse erstmal nach hinten stellen. Wichtig ist, dass wir für sie da sind und ihr den besten Start in dieses Leben ermöglichen. Aber genauso wichtig ist es für mich, dass wir als Paar nicht auf der Strecke bleiben. Auch für uns sollte es die Momente geben aus denen wir Kraft schöpfen können und unsere Liebe nicht vergessen, denn aus dieser ist nun mal die kleine Maus entstanden die wir bald in unseren Armen halten werden. 

Wie oft ich jetzt schon gehört habe, dass hier vor allem Kommunikation der Schlüssel ist und man einfach viel miteinander sprechen sollte! Ehm ja, das ist nicht immer so einfach, wenn man ein männliches Exemplar zu Hause hat, dessen Steckenpferd nicht unbedingt die Kommunikation ist :D Aber gut hilft ja alles nix, dann müssen wir das wohl jetzt mal angehen und daran arbeiten. Ist ja noch nicht Hopfen und Malz verloren. Ansonsten berichte ich dann wohl in einem Jahr als Laura S. aus O. 36 Jahre und alleinerziehend! Wir hoffen es einfach mal nicht.

Das schöne ist man wird ja auch nicht als Eltern geboren, denn auch das ist eine Rolle in die man rein wachsen muss. Und keiner erwartet von einem, dass man von Anfang an alles richtig macht. 

Aber ich mag auch eigentlich gar nicht so viel Grübeln und schwarz malen. Am Ende wird die kleine Maus einiges verändern aber in erster Linie positiv. Sie wird uns zu einer Familie machen und zu Dritt werden wir die Welt neu entdecken. Wir werden mit Sicherheit einiges von ihr lernen besonders auch über uns selbst und ich bin zuversichtlich, dass es großartig werden wird! Es ist einfach Wahnsinn was da so alles in einem passiert. Da beschließt man eine Familie zu gründen, denkt man hat noch ewig Zeit bis es soweit ist und Zack nicht mal ein Jahr später steht die Geburt kurz bevor. Das hat dann wohl nicht so gut geklappt mit dem noch ewig Zeit haben :D Aber wie schon gesagt alles im Leben passiert aus einem bestimmten Grund und alles kommt genauso wie es kommen soll, davon bin ich ganz fest überzeugt.


In diesem Sinne freue ich mich einfach unvoreingenommen auf alles was da in nächster Zeit auf uns zukommt!

 

Achtung aufgepasst.......es schwangert!


Es geht in den Endspurt! Hallo 9ter Monat und noch 7 Wochen bis zum errechneten Termin. 

Wow unglaublich wie die Zeit rast. Gefühlt habe ich gestern erst den positiven Test in der Hand gehalten und nicht glauben wollen, dass der zweite Strich wirklich bedeutet, dass in mir ein kleines Wesen wächst. Ich war ungeduldig und alles hat sich soooo lange gezogen bis endlich ein Bauch sichtbar wurde und ich zum ersten Mal die Bewegungen der Püppi spüren konnte.

Meine aktuelle Stimmung? Ich fühle mich wie eine Tonne mit Armen und Beinen. Es ist der Zeitpunkt gekommen wo ich das Gefühl habe ich bin genauso hoch wie breit. Das Watscheln hat auch schon begonnen und ich fühle mich in allen Klamotten einfach nur noch kugelig!

Tja und jetzt, jetzt packe ich bereits Stück für Stück meine Kliniktasche (es sieht aus als würde ich ins Krankenhaus einziehen), habe die Wickelkommode dreimal ein und wieder aus geräumt (war mit Sicherheit auch nicht das letzte Mal) und im Prinzip ist alles vorbereitet (nur ich nicht). Wo ist denn bitte nur die Zeit geblieben. Auf der einen Seite kann ich es kaum erwarten unsere kleine Maus kennenzulernen. Zu erfahren wie sie aussieht und was sie für ein Wesen ist. Auf der anderen Seite bekomme ich leichte Panik vor dem was auf mich zukommt. Werde ich eine gute Mutter werden? Bin ich dem allem gewachsen? Schaffen wir das als Paar und bleibt am Ende auch noch Zeit für uns oder auch für mich? Fragen über Fragen aber ich bin sicher ich muss einfach alles nur auf mich zukommen lassen und es wird sich schon alles finden. Das Universum schickt einem nur, was man gerade noch so handhaben kann :D

Trotzdem ist es irgendwie ziemlich crazy. Da arbeitet man so lange auf den Moment hin. Man entschließt sich die Kinderplanung anzugehen und den doppelten Boden wegzulassen. Ich dachte wir haben noch ewig Zeit, wenn es denn bei uns überhaupt klappt. Ich hatte mich schon eher mit zwei Hunden als mit Nachwuchs gesehen. Joah und dann klappt das einfach doch schneller als man denkt und siehe da steht man kurz davor Eltern zu werden. Und dann bist du eigentlich nur noch dabei Dinge zu entscheiden. Welcher Kinderwagen soll es sein und welches Beistellbett? Stillen ja oder nein? Eventuell doch einen Kaiserschnitt. Kinderkrippe oder doch eine Tagesmutter. Wie lange möchte/kann ich in Elternzeit gehen?

Gerade bei den essenziell wichtigen Fragen kann man so schnell in eine Schublade gesteckt  oder zum Mittelpunkt allgemeiner Diskussionen werden. Vielleicht findet sich die Ein oder Andere Mama hier ja wieder.

1) Das Thema stillen: Ja, natürlich ist es das Beste sein Kind zu stillen und es beinhaltet viele Vorteile. Man hat die Nahrung immer parat, sie hat immer die richtige Temperatur und passt sich individuell dem Kind an. Schon klar und ich freue mich für jede Mutter, die das Stillen zelebriert und bei der alles einwandfrei klappt. Aber nicht immer kann man stillen oder möchte es sogar. Ich sehe durchaus auch Vorteile im nicht stillen. Das Kind kann auch direkt zum Papa eine enge Bindung aufbauen, weil dieser genauso an der Raubtierfütterung beteiligt ist wie die Mama. Außerdem kann man sich flexibel auch mal einen Moment für sich nehmen, da das Kind nicht auf einen bzw. die Boobies angewiesen ist. Und die Pre-Nahrung die man heutzutage kaufen kann hat eine immens gute Zusammensetzung, sodass es einem Kind an nichts fehlen sollte (nahrungstechnisch). Auch die Bindung zwischen Mama und Kind wird hier nicht weniger intensiv oder weniger gestärkt. Schade finde ich es immer, wenn man als nicht-still Mama das Gefühl bekommt weniger Wert zu sein oder seinem Kind mutwillig zu schaden. Ich persönlich kann sagen, dass ich in meinem Umfeld super viele Mamas kenne bei denen das Stillen ein einziger Kampf war der mit vielen Tränen und Schmerzen verbunden war. Hier muss jeder für sich den passenden Weg finden aber es sollten alle gleich behandelt werden. Und vor allem sollten alle Mamas die gleiche Unterstützung bekommen. Jeder will für sein Kind nur das Beste und liebt es von ganzem Herzen. Mal davon abgesehen spreche ich hier aus Erfahrung, da ich selbst nicht gestillt wurde und ein ganz enges Verhältnis zu meiner Mama habe und aus mir ist auch etwas geworden (meine ich zumindest) ;)

Von daher liebe Mamas lasst euch nicht in eine Schublade stecken oder unter Druck setzen. Wenn ihr stillen möchtet und die Milch nur so aus euch raus sprudelt, dann bitte stillt was das Zeug hält. Wenn ihr es nicht könnt oder nicht möchtet dann müsst ihr euch aber nicht verstecken und versuchen eurem Kind heimlich in der Öffentlichkeit die Flasche zu geben. Ihr habt euren eigenen Weg mit eurem Zwerg gefunden der genauso voller Liebe ist wie bei jeder anderen Mami!

By the way ich spreche hier über meine ganz persönliche Meinung, die muss auch nicht jedem gefallen. Ich verurteile niemanden und möchte auch niemanden angreifen! Es sind einfach meine Gedanken.


2) Kaiserschnitt vs. "natürliche" Geburt: Ich muss gestehen als ich wusste das ich schwanger bin und so kurz über das Thema Geburt nachgedacht habe kam ich im ersten Moment zu dem Entschluss "ich möchte einen Kaiserschnitt". Für mich war es einfach ein beruhigendes Gefühl, besonders in der aktuellen Coronazeit, einen planbaren Termin zu haben an dem ich weiß heute ist es soweit. Ich weiß ich habe meinen Freund bei mir und kann weiß genau heute brauchen wir einen Test und die Maus wird geholt. Außerdem habe ich schon so viele Schauergeschichten über Geburtsverletzungen und anschließende Probleme gehört, dass ich mir dachte "nein das muss nicht unbedingt sein". Über die Risiken und Folgen eines Kaiserschnitts kann man dich direkt und ausführlich aufklären. Bei der "natürlichen" Geburt klärt dich keiner so wirklich über die Risiken auf und was da so alles passieren kann. 

Aber, wenn du ohne medizinische Indikation zu einem Kaiserschnitt tendierst wirst du heute als Frau unglaublich schräg angeschaut oder musst dich permanent erklären oder rechtfertigen. In manchen Foren wirst du sogar als nicht würdige Mutter betitelt, weil du den Schmerz einer "natürlichen" Geburt nicht erträgst oder ertragen möchtest. Du bist quasi minderwertig. Es wird teilweise sogar damit angegeben wie viel oder wie lange jemand den Schmerz ausgehalten hat. Ich kann darüber nur den Kopf schütteln. Warum sollten Frauen in einer Zeit in der es die Möglichkeiten für PDA und Co. gibt sich durch sowas mutwillig durchquälen. Das ist doch keine Mutprobe unter Teenies. Lasst mich doch bitte die Hilfe annehmen die es gibt und die es mir möglich macht alles etwas besser durchzustehen egal wie auch immer diese aussieht. Da lass ich mich dann auch gerne als Weichei betiteln, wenn andere das so sehen und plädiere für mehr Weicheier auf dieser Welt :D 

Und sein wir mal ehrlich heutzutage ist eine "natürliche" Geburt nur noch selten "natürlich". Denn sobald wir von Einleitung oder Dammschnitt sprechen ist die Geburt schon nicht mehr "natürlich" sondern es muss eingegriffen werden. Auch hier darf doch wohl jede Frau den Weg für sich wählen mit dem sie am besten klar kommt und der sich für sie gut anfühlt. Vielleicht hat sie enorme Angst vor den Schmerzen oder weiß jetzt schon, dass es bei der letzten Geburt Probleme gab oder das Kind ein Riese wird. Es gibt hier nicht den einzig wahren Weg. Ich habe für mich beschlossen es auf normalem Weg zu versuchen, sollte sich das ganze aber ziehen oder nicht vorwärts gehen oder sich für mich nicht gut anfühlen werde ich die erste sein die nach einem Kaiserschnitt ruft bzw. meinen Kreisßsaal-Anwalt in Form meines Partners darum bitten lassen. Das hat nichts mit feige zu tun sondern ist für mich ein guter Kompromiss. Ich muss mir nichts beweisen und mich 20 Stunden oder mehr durch Wehen durch quälen die mich dem Ziel irgendwie doch nicht näher bringen. Ein bisschen hatte ich ja die Hoffnung meine Tochter würde mir die Entscheidung abnehmen aber "leider" liegt Madame jetzt schon perfekt mit dem Kopf nach unten, sodass einer normalen Geburt aktuell nichts im Wege steht. Na sowas aber auch :D Also dann geben wir dem ganzen Mal eine Chance und hoffen, dass dort unten danach nicht alles wie nach einem Besuch vom Predator aussieht und mein Partner und ich irgendwann auch wieder ein unbekümmertes Sexualleben haben können. Und all meine Schließmuskeln wieder einwandfrei funktionieren und tun was sie tun sollen! Damit auf dem Trampolin oder bei Lachanfällen auch nix daneben geht. *fingers crossed* Immerhin haben wir schon vereinbart und beschlossen, dass mein Freund sich hauptsächlich an meinem Kopf aufhalten darf und da unten nüscht zu suchen hat. Auch nicht, wenn er gefragt wird ob er mal gucken möchte. NEIN, möchte er nicht und ich auch nicht! Da bin ich ein bisschen eigen. Es reicht schon, dass wahrscheinlich sämtliches Krankenhauspersonal einen freien Blick auf meine intimste Intimstelle werfen darf. Frei nach dem Motto "Wer hat noch nicht wer will nochmal". 

Schauen wir mal am Ende kommt alles anders als man denkt. Man nimmt sich super tolle Dinge vor hat eine mega Strategie und entbindet am Ende zwischen Snackautomat und Wasserspender.

Aber gut leider können wir nicht in die Zukunft schauen und man weiß auch nicht wie der Weg anders gewesen wäre. Man weiß nicht ob es hinterher nicht besser gewesen wäre einen Kaiserschnitt zu wählen oder aber, wenn man sich für den Kaiserschnitt entscheidet, die normale Geburt kurz und nahezu schmerzlos abgelaufen wäre. Es wäre ja auch langweilig, wenn man das alles schon vorher wüsste! Ich vertraue da jetzt einfach auf meinen Körper und darauf das alles schon irgendwie werden wird und meine Tochter mir einfach so wenig Schaden wie möglich zuführen möchte. Vielleicht flutscht sie auch einfach ganz unkompliziert raus so ohne Schmerzen. Das wäre doch mal was ;)

Kleiner Reminder hier geht es immernoch um meine persönliche Meinung und Empfindungen ;)


Was lernen wir am Ende daraus. Es gibt viele Wege für unterschiedliche Dinge. Jedes Kind ist anders aber am Ende wird es von ganzem Herzen von seinen Eltern geliebt und alle wollen nur das Beste für ihr Baby. Also findet euren Weg für euch. Es wird immer viele Kommentare, Meinungen und Gegenwind geben. Da schafft man sich am besten ein dickes Fell an und blendet aus was man nicht hören möchte!