Ich bin lebensmüde......

 


Nein, das ist keinesfalls ein suizid Post oder ein Anzeichen dafür ich wäre in diese Richtung gefährdet. Um das mal direkt klarzustellen!! 

Dennoch ist es so, dass ich mich aktuell des Lebens einfach so unendlich müde fühle. Mit Mitte 30 merke ich jetzt so langsam, Erwachsen sein ist irgendwie kacke. Man hat viel zu viele Sorgen und Probleme und muss sich um so viel unnötigen Mist kümmern.

Was waren das noch für Zeiten, in denen ich morgens mit meinem Teddy-Schlafanzug die Treppe runtergeschlichen bin und mich mit einem Kakao vor den Fernseher gesetzt habe und meine einzige Sorge war ob ich nun die Glückbärchis oder die Gummibärenbande anschaue. Oder aber auch der Moment in dem deine erste Liebe zu ende geht und du das Gefühl hast der Schmerz wird nie vergehen und du wirst nie wieder glücklich sein. So viele Momente auf die ich heute mit einem Schmunzeln zurück blicke, weil sie einfach so weit weg und so banal erscheinen. Damals waren es Dramen und die größten Probleme vor denen man stand. Unbeliebtheit in der Schule, Kämpfe mit den Eltern wie lange man nun weggehen darf und die riesen Angst durch die Führerscheinprüfung zu rasseln (okay, ist mir letztlich auch passiert aber who cares).

Heute weiß ich irgendwie diese Zeit und diese Probleme ganz anders zu schätzen. Jetzt quält man sich durch seine 40 (und mehr) Stunden Woche für ein Gehalt was einem zumindest ein Dach über dem Kopf und was zu Essen sichert. Jeden Tag derselbe Trott. Am Ende kann man sich aber bei den überteuerten Preisen und dem nicht vorhandenen Eigenkapital (woher auch) nicht mal was eigenes leisten. Den Druck des Alters nicht zu vergessen. 33 und noch kein Nachwuchs in Sicht. Oh mein Gott die biologische Uhr brüllt es mir jeden morgen im Spiegel entgegen. Und wann ist dafür überhaupt der richtige Moment? Oder kommt der überhaupt? Klappt das alles finanziell und ist meine Beziehung für ein Kind stabil genug? Versteht Ihr jetzt was ich meine mit ich hätte gerne meine Probleme mit der Gummibärenbande und den Glücksbärchis zurück. Ich möchte mich mit all dem nicht auseinandersetzen. Wo ist meine Mama die mir sagt wie es gemacht wird und wann? 

Ich glaube ja, wir Deutschen machen grundlegend was falsch. Wir arbeiten alle mehr als zu leben und, wenn wir leben können weil wir nicht mehr arbeiten müssen sind wir zu alt um es zu genießen. Eigentlich eine sehr traurige Bilanz. So viele Länder machen es anders. Da zählt die Freizeit mehr als die Arbeit und die Menschen sind wesentlich ausgeglichener. Wäre ich übrigens auch, wenn ich ab 15 Uhr mit meinem Bierchen irgendwo am Strand sitzen könnte. Wieso muss ich 8 Stunden arbeiten, von denen vielleicht 5 produktiv sind. Lasst mich doch lieber 4-5 Stunden Vollgas geben und danach kann ich das Leben genießen. Schaut euch unsere südländischen Nachbarn an. Ab 14 Uhr wird getrunken und gelacht und zusammen gesessen überall wo es Sitzmöglichkeiten gibt. Ich will auch!!!!

Naja gut, vielleicht jammere ich auch auf hohem Niveau und mit Sicherheit geht es mir nicht schlecht und ich sollte dankbar sein für das Leben das ich habe. Bin ich auch aber ich hinterfrage manchmal schon wie man es sich vielleicht ein bisschen lebenswerter machen kann. Manchmal reizt es mich einfach mein eigenes Ding zu machen. Sein Herr zu sein, alles in sich selbst zu investieren und sich nur für sich selbst den Pobbes aufzureißen. Nur was ist mein eigenes Ding? Leider kann ich nix. Ich bin handwerklich nicht begabt, nicht wirklich kreativ oder hatte bisher irgendeine tolle ausgefallene Idee die noch keiner hatte. Schätze mit solchen Gegebenheiten kann man leider nicht viel anfangen.......Eventuell noch einen Hängemattenverleih oder Kokosnussverkauf irgendwo in der Karibik aufmachen........

Ach Kinners das Leben könnte so schön sein. Besonders aktuell ist es ja noch trostloser. Man steht morgens auf, schleppt sich ins Bad, wählt seine schönste Joggingshose aus, überlegt ob Zähneputzen ja oder nein, schleppt sich an seinen Schreibtisch aka Esstisch und fängt an zu arbeiten. Der weiteste Weg des Tages ist zur Kaffeemaschine, zum Klo oder ganz risky zum Briefkasten. Nach Feierabend macht man den PC aus und schleift seinen Pobbes vom Stuhl auf die Couch, wo man dann versucht nicht dem Alkoholwahn zu verfallen und seinen Weinvorrat weiter zu minimieren. Ehrlich Leute, wenn die Kassiererin im Aldi, dich beim Wochenendeinkauf zu Coronazeiten fragt ob du eine Party schmeißt läuft was falsch. Oder zwei Autos brauchst um deinen Glaspfand wegzubringen.......ich sags euch es sind brandgefährliche Zeiten.


Schluss mit dem Gejammer. Um bei dem Post am Ende doch noch die Kurve zu kriegen, ist es doch am wichtigsten, dass man gesund ist, die Familie und Freunde gesund ist, einen Job hat bei dem es regelmäßig Gehalt gibt und man mindestens einen Menschen um sich hat der einen auch mit fettigen Haaren, in Jogginghose und mit Weinglas in der Hand liebt!!! In diesem Sinne "PROST"



Machen Sie es auch für die Hälfte?



Nein, wir sprechen hier nicht von einem Post über das horizontale Gewerbe oder eine schlüpfrige Tinder-Anfrage.
Heute möchte ich über das Thema Beruf, Jobsuche und Bewerbungsgespräche philosophieren, mich beschweren und aus eigener Erfahrung berichten.
Jetzt bin ich nicht erst seit gestern aus der Schule raus sondern habe mittlerweile schon stolze 10 Jahre Beruferfahrung auf dem Buckel. 
Diverse Jobwechsel und etliche Bewerbungsgespräche kann ich vorweisen und die ein oder andere Anekdote berichten.
Irgendwie ist das alles in der Zwischenzeit furchtbar frustrierend geworden aber gehen wir das Leid der Berwerbenden ruhig mal der Reihenfolge nach durch.

Schritt 1 -> Die Recherche

Bevor man sich also in die berauschenden und teilweise sogar skurilen Bewerbungsgespräche stürzen kann, muss erstmal die Grundlage her, nämlich eine inserierte Stelle auf die man sich gerne bewerben möchte.
Wer jetzt denkt "Ist doch easy und weiter....." tja, weit gefehlt. Zwar gibt es in unserem Internet der unbegrenzten Möglichkeiten, diverse Jobportale aber die Auswahl oder sagen wir mal das Resultat ist eher spärlich.
Laut gesuchtem Profil in der Stellenbeschreibung hast du am Besten dein Studium gerade mit einem Einser Durchschnitt beendet. Allerdings hast du schon einige Jahre Berufserfahrung und kannst jede Menge Qualifikationen vorweisen. Natürlich bist du zeilich flexibel und hast auch kein Problem bis spät abends oder am Wochenende zu arbeiten. Überstunden zeigen ja schließlich Einsatz!

Bis dahin soweit kein Problem, könnte jedoch sein, dass du beim Abschicken deiner Unterlagen scheiterst. Denn wie früher mit "Bitte schicken Sie Ihre Unterlagen an folgende E-Mail" ist es heute nicht mehr getan. Man muss sich in einem Portal des Unternehmens registrieren. Die 10000sten Zugangsdaten die man dann irgendwo im Nirvana ablegt, weil man Sie vermutlich nie wieder braucht.
Oder wenn man sie dann doch nochmal braucht findet man sie natürlich nicht.

Dann darf man dort seinen Lebenslauf hochladen nur um dann im nächsten Schritt nochmal alle Stationen des Berufsweg einzeln und im Detail aufzuführen. Wofür genau hab ich meinen Lebenslauf angehängt?
Wenn man dann diese schweißtreibende Arbeit hinter sich gebracht hat, hängt sich das Portal entweder an den hochgeladenen Unterlagen auf oder aber du darfst minutenlang diesen einen rot markierten Fehler in irgendeinem Feld suchen, wegen dem er dich nicht weiter lässt.

Puh, okay aber immerhin ist man seinem Ziel dann irgendwann schon ein Stückchen näher und freut sich im ersten Step über die eingehende Bestätigungsmail, dass die Bewerbung eingegangen ist.
Was uns zum nächsten Schritt führt......


Schritt 2 -> Das Warten

Jetzt freut man sich also wie ein Keks, dass man eine passende Stellenausschreibung gefunden und den Marathon des Bewerbungsprozesses fürs erste hinter sich gebracht hat und dann kommt das große Warten.....
Tage, Woche oder einfach auch mal für immer......
Ich verstehe es einfach nicht. Unzählige Bewerbung schreibt und versendet man und hört nie wieder davon.
Nicht mal ein "Wir finden Sie scheiße und möchten Sie einfach nicht Kennenlernen". Nicht mal das! Die Unternehmen schweigen sich einfach aus und das obwohl man sich so viel Mühe gegeben hat.

Oder aber man bekommt eine Mail mit dem Standarttext, teilweise sogar richtig offensichtlich falsch. Da hatte ich zum Beispiel mal eine Absage mit den Worten "Wir bedanken uns für deine Bewerbung und das angenehme Gespräch, jedoch müssen wir......" ehm okay. Also entweder haben wir telefoniert während ich komatös gar nix mehr mitbekommen habe oder aber es hat sich jemand für mich ausgegeben, denn an ein Gespräch kann ich mich defintiv nicht erinnern.

Sicherlich die meisten Unternehmen bekommen eine so große Zahl an Bewerbungen, dass Sie von Anfang an differenzieren und aussieben müssen schon klar. Da geht es um Rechtschreibung, Layout und als wichtigstes um das Gehalt. Alles verständlich aber dann sagt einem doch bitte, dass man Land gewinnen soll oder vielleicht aber beim Gehalt, könnte man ja auch mal fragen ob es da Spielraum gibt.
Aber gut, was weiß ich schon......

Vielleicht hat man aber auch Glück und es kommt eine nette Mail oder ein Anruf, dass man einen kennenlernen will. Man freut sich, der Körper platzt vor Euphorie.
Klassisch beginnt es oft mit einem simplen Telefongespräch um einen ersten Eindruck zu bekommen um danach zu entscheiden, dass es zu einem persönlichen Gespräch kommen soll. Außer es ist Corona, da ist natürlich alles anders.

In den Meisten Fällen wird man aber gar nicht angerufen, weil man einfach zu hohe Gehaltsvorstellungen hat. Aber was ist hier eigentlich hoch? Da kommen wir auch wieder an die Anforderungen an den Bewerber zurück. Der soll nämlich nicht nur frisch aus dem Studium mit Berufserfahrungen kommen, der darf auch nix verdienen wollen. Wer aber nun mal wie ich in einem Gebiet wohnt, wo eine 2-Zimmerwohnung so viel an Miete kostet wie anderswo ein komplettes Haus, der hat einfach die Arschkarte gezogen. Denn du wohnst teuer und sollst dann aber für günstig Geld 60 Stunden die Woche arbeiten. Macht Sinn......aber gut anderes Thema aber hier kommen wir schon der Überschrift meines Posts ein Stückchen näher.

Dann muss man aber auch erstmal einen gemeinsamen Termin finden. Gar nicht so einfach bei Terminvorschlägen unter der Woche zwischen 9 und 15 Uhr, wenn man aktuell noch Vollzeit woanders beschäftigt ist, keinen Urlaustag opfern möchte oder einfach zu ehrlich ist um sich für ein Bewerbungsgespräch krank zu melden. Teilweise erkennt man hier schon, es findet sich kein gemeinsamer Nenner oder man wird an dieser Stelle einfach aussortiert, weil man ja nicht "Flexibel" genug ist. Vielen Dank auch!! Aber weiter im Text....

Schritt 3 -> Das Interview

Du hattest also Glück und bist einer der auserwählten die in die Gunst kommt das Unternehmen von dir zu überzeugen. Denn auch das ist anders, heute muss immer der Bewerber überzeugen und zeigen was er zu bieten hat. Das Unternehmen selbst kann der letzte Sauhaufen sein, die müssen sich nicht präsentieren sie bekommen die Stelle so oder so besetzte denn......irgendeiner macht es immer. Auch für die Hälfte.

Man hat also telefoniert, 30 Minuten oder mehr Lebenszeit investiert. Oder man ist sogar direkt nach seinem Hauptjob irgendwo gehetzt in die Pampa gefahren. Findet keinen Parkplatz, geschweige denn das gesuchte Gebäude und kommt dann total zerzaust und verschwitzt beim Termin vor Ort an.
Hier fragt man sich schon ganz gespannt was man für ein Publikum haben wird. Wird es eine One-Man-Show oder hat man einen Pulk von Menschen die man der Reihe nach für sich gewinnen muss.

- Wenn man nicht eventuell auf dem Weg zum Termin angerufen wird mit der Info, der Ansprechpartner hätte einen dringenden Termin reinbekommen und man müsse das Gespräch wann anders führen - 

In den ersten Minuten bekommt man eigentlich schon das Gefühl ob es ein gutes oder ein schlechtes Gespräch werden wird. Dies ist zu 100% abhängig von den anwesenden Personen.
Im besten Fall kommen alle pünktlich, im schlimmsten Fall demonstrieren Sie Ihre Macht und lassen dich einfach mal eine halbe Stunde allein im Raum warten. Ob du ein Glas Wasser oder einen Kaffee bekommst ist auch so eine 50/50 Chance (und vom Anteil der männlichen Teilnehmer abhängig).

Dann stellen sich erstmal alle vor und dann kommt der spannende Part, führe die Meute durch deinen Lebenslauf. Was man da schon alles zu hören bekommt. Teilweise gibt es fragen zu den detaillierten Abläufen deines ersten Jobs vor über 10 Jahren. Kinder, ich bin froh, dass ich mich an den Namen meines Partners erinnere, fragt mich da bitte doch nicht wie genau da die passive Lohnveredelung in meinem ersten Job abgelaufen ist.....

Auch schön war die Frage ob ich denn überhaupt einen Schulabschluss hätte und das für einen fehlenden Schulabschluss meine Gehaltsvorstellungen aber doch sehr ambitioniert wären. Ich musste dann nett darauf hinweisen, dass meine Daten in ein Lebenslaufformular einer Personalvermittlung übernommen wurden und ich doch nichts dafür könnte, wenn man dort meinen Schulabschluss vergessen hätte.

Man führt aso durch seinen Lebenslauf, erklärt die Stationen und die jeweiligen Wechselmotivationen. Man redet über seinen Werdegang, meistens nicht zum ersten Mal und in der Regel ist es ein monolog, der je nach länge des Lebenslaufs schon ein wenig dauernd kann.
Schön ist, wenn man im Anschluss gefragt wird ob man das alles vielleicht nochmal in englisch machen könnte.
Oder aber man wird gefragt ob man eine Tratschtante wäre, weil man würde ja so schnell und viel reden und Menschen die viel reden tratschen auch automatisch sehr viel......ehm ja okay WTF?
Dann beginnt die lustige Fragerunde....."Was sind Ihre Schwächen" - Ich habe keine (Scherz), "Was sind ihre Stärken" - Das ich keine Schwächen habe (Hust), "Wo sehen Sie sich in 10 Jahren" - Auf Ihrem Stuhl in Ihrer Position"......usw. man kann hier entweder alles falsch oder aber viel richtig machen. Ein Drahtseilakt bei dem man die Balance halten sollte.
Fragen wie "Haben Sie Kinder" und "Sind Sie verheiratet" fand ich da auch sehr spannend.

Natürlich geht es, gegen Ende, dann auch darum nochmal das Thema Gehalt abzustecken. Ich habe in meinen Anschreiben immer eine Gehaltsspanne angegeben, weswegen ich es dann doch sehr interessant finde, wenn Unternehmen trotzdem versuchen einen unter die unterste Grenze zu drücken. Man gibt das ja schließlich nicht aus Spaß an.
Ich frag mich immer was hier erwartet wird? Antworten wie "Ach wissen Sie was für Sie mach ich es auch für die Häfte"!?

Des Öfteren passen natürlich aber die eigenen Vorstellungen mit den Vorschlägen des Unternehmens ganz gut überein.

Und auch hier wurschtelt man sich durch und wer sich gut vorbereitet hat, stellt am Ende natürlich auch noch ein paar schlaue Fragen.
Am Ende hat man irgendein Gefühl was man mit nach Hause nimmt.

Dann heißt es wieder warten und schauen wie es weiter geht, womit wir zum letzten Schritt kommen!

Schritt 4 -> Die Entscheidung

Dein Schicksal liegt nun in den Händen anderer Menschen und du checkst jeden Tag dein Telefon und deine Mails in der Hoffnung ein positives Feedback zu bekommen.

Teilweise musst du bevor du auftatmen kannst aber ja noch ein Zweitespräch überstehen oder in der Advanced Version sogar einen Probetag im Unternehmen absolvieren. Finde ich grundsätzlich gar nicht so schlecht aber lassen wir uns die investierte Zeit doch ma kurz auf der Zunge zergehen:

Bewerbung schreiben (je nach Portal) ca. 15 Minuten, evtl. erstes Telefonat oder Termin 30-50 Minuten (ohne Anfahrt), evtl. 2tes Gespräch mit mehr Details ca. 30-40 Minuten, möglicherweise noch ein Probetag ca. 4-8 Stunden (je nach Wunsch). Und am Ende hat man immernoch keinen Job in der Tasche.....

Wow und dann kommt der Anruf, Sie haben uns überzeugt wir würden Ihnen die Position gerne anbieten. Wegen Ihren Gehaltsvorstellungen sieht es allerdings folgendermaßen aus, wir haben uns das Gehaltsgefüge des Teams angeschaut und wir müssen hier die Waage halten daher können wir Ihnen nur ein Jahresbruttogehalt von Summe xy anbieten. *STILLE*
- Ehm ja, dass ist die Hälfte von dem was ich gefordert habe......
Ja, aber die Entwicklungschancen und eine unbefristete Festanstellung an sich ist ja schon jede Menge wert......... - *Aufgelegt*

Oder aber selbst im Gespräch passt alles, ihr seid euch einig und du bist vollständig überzeugt, freust dich innerlich schon auf deine neue Position. Trotzdem......Du darfst NIEMAL denken es ist alles in trockenen Tüchern bis du den Vertrag gelesen und unterschrieben hast.
Denn dann kommt der Vertrag und du fragst dich ob alle anwesenden in den vorherigen Gesprächen überhaupt zugehört haben.
Dein Fixgehalt ist auf einmal weniger als besprochen und beeinhaltet eine Provision mit Zielen, dein Aufgabengebiet ist variabel beschrieben und dein Einsatzort flexibel in ganz Deutschland usw.
Alles schon erlebt....


Liebe Unternehmen wieso macht Ihr es gutem Personal eigentlich so schwer? Wie viele Menschen können hart arbeiten, sind intelligent und wollen einen sicheren Hafen und sich in und mit dem Unternehmen entwickeln. Könnt ihr diese Menschen nicht auch entsprechend bezahlen?
Gutes Personal ist nun mal teuer, ansonsten stellt man doppelt ein oder muss die wichtige Arbeit trotzdem selbst machen.
Ich erlebe es immer wieder. Lieber 2-3 Personen weniger eingestellt, dafür die wenigen die man einstellt entsprechend bezahlen.

Und noch was......auch Ihr bewerbt euch. Der Bewerber muss sich auch von euch überzeugt fühlen und das Gefühl bekommen ihr möchtet euch bei Ihm bewerben, wir haben hier keine einseitige Geschichte auch, wenn das viele Unternehmen leider so sehen. Wir wissen ihr habt die luxuriöse Position euch die Bewerber aus Massen von Menschen aussuchen zu können aber es ist doch auch wichtig sich die richtigen Leute auszusuchen....

So das war mein Wort zum Sonntag....äh Samstag ich hoffe es hat euch amüsiert :)




Corona und der die Motivation zum Sport


Hans aufs Herz, wer von euch ist seit 8 Wochen stets bemüht sich körperlich fit zu halten? Ich muss gestehen besonders am Anfang als der ganze Corona-Wahnsinn los ging haben wir fast täglich Sport getrieben. Das Wetter war Bombe und zu unserem großen Glück sind wir im Dezember aus einer Dachgeschoss-Wohnung in eine Wohnung mit Garten gezogen. Ich glaube in unserer alten Wohnung wäre ich dezent durchgedreht und eine von den Klopapier-hortenden-Wilden geworden.

Bevor Corona kam sah unser Alltag recht strukturiert aus. Man steht morgens auf, macht sich fertig fährt zur Arbeit und ca. 4-5 Mal die Woche (wenn alles tutti lief) ging es nach der Arbeit in unsere Crossfit-Box um sich bei einem gemeinsamen Workout richtig schön auszupowern (oder zu zerstören, wie die Sport-Influenzerinnen jetzt schreiben würden) :)
Dann kam man frisch geduscht als körperlicher Wackelpudding nach Hause, hat gekocht, noch ein bisschen Netflix genossen und ist glücklich und zufrieden ins Bettchen gegangen.
Tja, heute sieht das alles etwas anders aus. Man ist im Home Office und schon sehr stolz auf sich, wenn man es geschafft hat (als Frau) einen BH anzuziehen. Teilweise stellt man gegen 16 Uhr fest, dass man immernoch eine Jogginghose trägt und viel zu viel aus Langeweile gegessen hat. Die Haare sind fettig (zu 90%, weil man gerade dem Trend folgt und seine Haare entfettet) und die Motivation ist irgendwo zwischen der 5ten Telefonkonferenz und dem 3ten klingeln des DHL Boten verloren gegangen.
Kommt das hier noch irgendjemandem bekannt vor? (Leute bitte sagt mir das ich nicht die einzige bin)

Als fest stand, dass unsere Crossfit-Box bedingt durch Corona vorerst schließen muss durften wir uns alle mit ein wenig Equipment für zu Hause eindecken. Ich will jetzt nicht sagen, dass meine Entscheidung für den Pobbes war aber wie ich mit der Zeit feststellen durfte habe ich es mit dem Gewicht ein klein wenig übertrieben. Aber gut, dann eben in den sauren Apfel beißen und irgendwie durchquälen.
Jeden Morgen haben wir von unseren Coaches ein Home Workout geschickt bekommen und als i-Tüpfelchen gab es abends immer gemeinsame Zoom-Classes bei denen man zusammen leiden konnte. Für mich war das eher nix, ich wollte gerne das Workout flexibel machen und mit der Technik war das auch nicht immer einfach......."wo stell ich das Tablet auf"  "was wenn ich zwischendurch lieber ein Eis essen möchte und man mich beobachtet" usw. ihr kennt das. ;)
Allerdings bin ich dankbar für die Chance es wahrnehmen zu können, wenn ich es denn wollte. Jedenfalls waren wir am Anfang sehr motiviert. Man entdeckt seine Umgebung auch sportlich völlig neu. Die Holzbox im Garten eignet sich perfekt für Box-Jumps, am Schaukelgerüst kann man super Klimmzüge machen und der Weg von der Strasse durch den Innenhof ist eine super Runde für einen kurzen Sprint (nicht das ich freiwillig gelaufen wäre). Man wird erfinderisch, ich hab sogar meine Gartenbank für Bench-Press missbraucht, was nebenbei bemerkt wirklich monströs und mega engagiert aussah. 
Im Sonnenschein sieht sowas ja auch gleich viel besser aus und man motiviert sich irgendwie leichter.


Ich weiß auch gar nicht wann genau der Wendepunkt kam, ich glaube als das Wetter schlechter geworden ist. In der Wohnung hat man (also wir zumindest) nicht so ewig viel Platz zum trainieren. Dann muss man ja auch drauf achten was genau man für Übungen macht, denn mit schweren Gewichten rumhantieren freut weder den Laminatboden noch die Nachbarn die mit dir im Haus wohnen.
Man muss die Workouts also abspecken und schauen was man draus macht. Gut, für viele jetzt nicht so das Problem aber bei schlechtem Wetter bin ich persönlich allgemein etwas träger und unmotivierter und wenn ich mich dann noch nicht mal raus bewege, wäge ich doch schon eher ab ob ich die Jogginghose nicht einfach an lasse und mir direkt ein Bier auf mache (nach Feierabend natürlich, was denkt ihr denn von mir).
So schlichen sich die ersten trainingsfreien Tage ein. Die Dialoge liefen da eigentlich immer gleich ab ich gebe das mal kurz wieder.

Er: "Machen wir heute eigentlich noch Sport?"
Sie: "Weiß nicht, möchtest du?
Er: "Pu, weiß auch nicht wie siehts denn bei dir aus?"
Sie: "Hm...irgendwie bin ich nicht so motiviert aber, wenn du möchtest können wir"
Er: "Och nö ich muss jetzt auch nicht der Tag war anstrengend genug. Magst du auch ein Bier?"
Sie: "Alles klar, ja gerne!"


Joah, muss ich mehr dazu sagen? Das Problem hier ist ja auch, wenn beide unmotiviert sind. Wenn einer wenigstens Bock hat, dann zieht der andere ja auch meistens mit (es sei dann man hat so nen richtigen Null Bock Tag wo nix mehr zu retten ist). Aber so gelangen beide in einen Strudel aus dem man so schnell nicht mehr heraus kommt.
Immerhin konnten wir uns dann doch Hin und wieder zu ein wenig Bewegung aufraffen. Teilweise sind wir auch einfach etwas länger spazieren gegangen um wenigstens ein bisschen den Kreislauf anzuregen. Man ist ja dann auch abends überhaupt nicht ausgelastet, wenn man den ganzen Tag nur zu Hause ist, vorm PC hockt oder auf der Couch liegt. Und nölig wird man auch. Nach müde kommt doof ihr wisst ja.........
Aber zum Glück darf ab morgen unsere Crossfit-Box wieder öffnen und wir haben uns direkt mal für ein schönes Ausdauer-Workout angemeldet. Ich werde sowas von sterben aber was solls. Natürlich müssen auch hier gewisse Auflagen erfüllt werden. Besonders trifft mich, dass nicht duschen vor Ort. Ich mag es ja überhaupt nicht schwitzig und miefig noch 20 Minuten im Auto zu sitzen bis ich endlich unter die Dusche kann. Außerdem hatte ich gehofft endlich wieder meine Wasserrechnung entlasten zu können aber gut......bis dahin dauert es wohl noch ein Weilchen.
Immerhin bin ich froh, dass wir keine Masken und Einweghandschuhe beim Sport tragen müssten. Ich glaube dann hätte ich lieber weiter zu Hause geworkoutet oder mich eben zu Hause vorm Sport gedrückt.
Wenn ihr ab morgen nix mehr von mir hört habe ich das erste richtige Workout wohl eher nicht so gut überstanden und bin nicht mehr in der Lage mit meinen Fingern die Tastatur zu bedienen.
Allerdings habt ihr bis heute auch schon länger nix mehr von mir gehört was also wiederum kein Grund zur Besorgnis wäre......

Wie sieht das bei euch so aus mit dem Sport? Seid ihr noch top motiviert oder wart ihr es nie?

In diesem Sinne..........