Das weit verbeitete Trauzeugen-Drama


"Ein Trauzeuge ist eine benannte Person, die bei einer Eheschließung anwesend ist und diesen Rechtsakt durch Unterschrift bezeugt."

So viel zur dem was Wikipedia und als Definition für den Begriff "Trauzeuge" entgegen schleudert.
Liest sich jetzt nicht wirklich spektakulär und hat irgendwie nichts mehr mit dem zu tun was heutzutage von diesem Begriff erwartet wird.
Eigentlich möchte ich auch heute eher auf die weibliche Trauzeugin eingehen. Nichts für ungut meine lieben Bräute und Damen aber wir wissen alle Männer sind da weitaus unkomplizierter als wir.
Die erwarten eigentlich nix von ihrem Trauzeugen. Außer einem coolen Junggesellenabschied mit genug Bier und was anständigem zu essen! :) Feddisch!
Der männliche Trauzeuge muss den Bräutigam am Hochzeitstag nicht mit auf Toilette begleiten, er muss nicht beim Anzugkauf dabei sein und er muss (und soll am besten auch auf keinen Fall) die Organisation der Feier übernehmen und überwachen.

Bei den weiblichen Trauzeuginnen gestaltet sich das Thema schon etwas schwieriger. Und der Grund für meinen heutigen Post ist mein stetiges und nicht mehr zu stoppendes Kopfschütteln, wenn ich mitbekomme was heutzutage von einer Trauzeugin alles erwartet wird........ja, dass sie sogar ausgetauscht werden! 
Mal ehrlich, tauscht ihr euren Bräutigam auch einfach aus, wenn der nicht so funktioniert wie gewünscht? Okay, manche machen das sicherlich aber es ist zum Glück nicht die Norm.

Aber fangen wir ruhig von vorne an. Männlein und Weiblein beschließen zu heiraten. Und schon stellt sich die Frage "Wer wird Trauzeugin"? Meistens hat man schon seit langer Zeit jemanden im Kopf aber nun wird es konkret.
Bei einigen wird es die Schwester, bei anderen die beste oder eben langjährige Freundin. Wir sind nervös und freuen uns auf den Moment in dem wir der ausgewählten Person die freudige Nachricht bekannt geben können.
Da gibt es schon die erste Kriese, wenn die Begeisterung über die Ernennung zur Trauzeugin nicht so ekstatisch ausfällt wie erwartet. 
Man muss sich als Braut aber auch mal überlegen unter welchem Druck, dann heutzutage so eine Trauzeugin steht. Ganz ehrlich, ich wüsste auch nicht ob ich mich freuen würde und ob ich es als Ehre oder als Bürde ansehen würde. Sicherlich es ist toll, dass sich die Braut Gedanken gemacht hat und auf mich gekommen ist aber ich trage ab jetzt eine enorme Verantwortung........für fast alles!

Der richtige Weg wäre meiner Meinung nach, nach der Benennung der Trauzeugin sich irgendwann mit dieser hinzusetzen und zu besprechen was man sich als Braut so wünscht und im Kopf hat was die TZ (Trauzeugin) alles machen soll und wo sie überall anwesend sein soll.
Mädels es gab alles schon. Beschwerde, dass die TZ nicht mit gebastelt hat, dass sie nicht überall mit zu jeder Location kam usw.
Das ist eine Sache der Absprache. In erster Linie heiraten Männlein und Weiblein und die sind für die Organisation verantwortlich.
Wenn man jetzt seine TZ überall mit hin schleppen will, sollte man sie auch vorher darauf vorbereiten. Die haben nämlich idealerweise trotzdem noch ein eigenes Leben und ihr heiratet nicht sie :)
Erspart eurer TZ also einige Schweißausbrüche und bereitet sich ein bisschen darauf vor, was ihr euch so von ihr WÜNSCHT.
Ich betone das Wort wünschen, denn darum geht es. Ums wünschen und nicht erwarten :) Erwarten könnt ihr z.B. von eurem Zukünftigen, dass er JA sagt.

Richtig schockiert bin ich ja, wenn ich lese, dass Bräute ihren TZ´s das Amt gekündigt haben (da muss ich schon beim schreiben schmunzeln).
Mal ehrlich, dass ist doch keine Kosmetikerin, Installateurin oder sonst irgendeine Dienstleisterin, die ihr bei unzufriedener Arbeit einfach kündigen könnt? 
Ihr habt euch doch (hoffentlich) irgendwann etwas dabei gedacht diese Person als TZ zu wählen. Wieso nimmt man das jemandem dann einfach wieder weg? Sprecht doch einfach miteinander, wenn etwas nicht so läuft wie ihr euch das vielleicht vorgestellt habt.
Der Ehemann sagt ja auch nicht "Willst du mich heiraten" und zwei Wochen später kommt "Du, ich möchte dich eigentlich nicht mehr als Ehefrau, du freust dich zu wenig und du engagierst dich irgendwie nicht genug" :) Okay, übertrieben aber so muss man das vielleicht mal darstellen.

Fakt ist, das Amt der Trauzeugin ist nicht leicht und auch nicht mehr so wie früher. Dem ganzen wird heute eine enorme Bedeutung beigemessen und viele Damen reagieren etwas verhalten. Vielleicht aus Angst zu versagen, die Braut zu enttäuschen oder vielleicht auch die Freundschaft zu gefährden. Gab es leider alles schon.
Deshalb liebe Mädels atmet mal tief durch und erinnert euch daran es ist immernoch eure Freundin, Schwester egal, jedenfalls ein Mensch der euch nahe steht und der für euch etwas besonderes ist ;)


Kommentare:

  1. Ein super schön geschriebener Text! :)
    Ja das ist wirklich anstrengend aber schön.

    Liebst, Sarah von Belle Mélange

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  2. Ich sehe dass nicht ganz so kritisch. Für mich hört es sich eher so an, als würdest du dir selbst den Druck bei so etwas machen. Wenn ich als Trauzeugin ernannt werden würde, dann würde ich einfach erst einmal alles auf mich zu kommen lassen. Aber vorher schon den Druck machen, dass man dann so viel zu tun hat, erhebt so ein negatives Gefühl...Liebe Grüße, Anja | www.modewahnsinn.de

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  3. Vor allem wenn man bedenkt das oft die beste Freundin Trauzeugin ist und daran schon so manche gute Freundschaft zerbrochen ist. Ganz ehrlich? Ich finde Bräute mutieren einfach auch zu Brautzilla und erwarten total unrealistische Dinge. Aber zum Glück gibt es auch die andere Seite :D Bei meiner Cousine zum Beispiel war die TRauzeugin wie ein Ruhepol, der alles geschaukelt hat und ihr geholfen hat wo es nur ging wenn sie Zeit hatte

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net/blog/

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  4. Also bei uns hier in Bayern ist es wirklich nciht stressig, Trauzeugin zu sein. Zumindest nicht bei uns im Bekanntenkreis. Man unterstützt die Braut etwas, aber in Stress artet das definitiv nicht aus :)

    Liebe Grüße
    Susanne

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  5. Ein super Post der mir aus der Seele spricht. Ich kenne momentan einige die heiraten unter anderem auch Ich. Aber was manche wirklich von den Trauzeugen verlangen, ist nicht mehr normal. Ich finde es schade, wenn dann die Freundschaft darunter leidet und auch eventuell zerbricht.

    Liebe Grüße,
    Jenny von www.bellezalicious.de

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Vielen Dank wie wunderbar, für dein neues Kommentar!